Schwarzer Dienstag…

Rubrik:  Abenteuer München  ·  Autor:  Zappelfillip24. August 2005, 23:08 Uhr

und das nicht nur für bayerische Seenplatte Landstriche. Gestern war auch absolut nicht mein Tag.

Alles ging damit los, dass ich mit einem über 4 m langen Anhänger an eine Tankstelle kam, bei der einzelne Zapfsäulen nicht gingen und die Schläuche zu kurz waren, um einfach eine Säule auf der anderen Seite zu benutzen. Nunja als nicht gerade erfahrener Anhänger-Benutzer habe ich das Teil kurzerhand abgekoppelt, um nicht stundenlang rückwärts mit Hänger durch die ganze Tankstelle zirkeln zu müssen. Natürlich vergaß ich in diesem Moment, das Sicherungsseil ebenfalls zu lösen. Für den Fall, dass sich der Hänger während der Fahrt von der Anhängerkupplung löst, sorgt dieses Seil dafür, dass die Bremse des Hängers aktiviert wird und er so möglichst schnell zum Stehen kommt. Ich koppelte also nur den Anhänger ab, zog seine Bremse an und vergaß das Seil. Als ich nun losfahren wollte, entschärfte es natürlich einen der Karabinerhaken des Seils. Damit war es unbrauchbar. Naja zumindest war die Fahrtüchtigkeit nicht weiter beeinträchtigt und einen Hänger verliert man ja auch nicht alle Tage, sodass ich auf die Dienste des Sicherungsseils hoffentlich verzichten konnte.

Nungut – habe ich also ohne Anhänger hinten dran erstmal fix getankt. Abgekoppelt blockierte der Hänger so aber eine Zapfsäule. Gestresst durch das Theater und im Bestreben, den Hänger möglichst schnell dort wegzubekommen, habe ich beim anschließenden Ankoppeln vergessen, den Elektrostecker einzustecken. Dummerweise habe ich es nicht gleich gemerkt. Das ist aber natürlich nicht so ganz ohne, denn so ging weder Bremslicht noch Blinker am Anhänger. Glücklicherweise kam ich nur wenige 100 Meter bis mich ein freundlicher Autofahrer darauf aufmerksam machte. Er setzte sich innerorts auf einer mehrspurigen Straße vor mich und signalisierte mir rechts ranzufahren. Noch während ich anhielt wurde mir klar, was er wollte. Also schnell aus dem Auto gesprungen und den Stecker eingesteckt. Zumindest war dieses Problem gelöst.

Daraus folgte aber ein Weiteres: Das Elektrokabel ist so lang, dass es während der Fahrt auf dem Boden schleift, wenn man es nicht mit dem Sicherungsseil verschlingt. Dieses existierte aber wie beschrieben nicht mehr. Tja – das Kabel wurde also von Nürnberg bis München ca. 170 km über die Fahrbahn gezogen – natürlich ohne dass ich es wusste, geschweige denn bemerkte. Ich wurde nur plötzlich eines Besseren belehrt als mitten auf der Autobahn kurz vor München sowohl der rechte als auch linke Blinker nicht mehr funktionierten. Beim Blinken klackerte das Lämpchen im Armaturenbrett ganz panisch schnell, was bekanntermaßen auf einen defekten Blinker hinwies. Ich konnte dort aber nirgends anhalten, um nachzuschauen.

Während der ganzen Fahrt regnete es wie aus Eimern, die A9 stand schon streckenweise schon halb unter Wasser. Jeden Moment rechnete ich mit einer Vollsperrung wie auf der A8 München-Stuttgart.
Angekommen in München sahen wir dann auch die Bescherung: zwei Adern des Kabels waren durchgescheuert: zufälligerweise beide Blinker.

Naja – meinen Werkzeugkasten hatte ich dabei, also habe ich das Problem mit ein wenig Kabel und Lüsterklemmen soweit geflickt, dass es wieder zuverlässig seinen Dienst tat. Am Ende hat mich der Schaden beim Anhängerverleih nur 10 € mit einem Augenzwinkern und Lächeln gekostet. Sie müssen es schließlich nochmal ordentlich reparieren.

Glücklicherweise haben wir trotz erwarteter Parkplatznot vor meinem Domizil einen Platz gefunden, an dem Hänger samt Zugfahrzeug stehen konnten. Während ich mit dem Vermieter die Zimmerübergabe (furchtbar pingeliger Kerl) durchstand, räumte mein Brüderchen zum größten Teil den Hänger aus. Und während er das tat, kam doch glatt eine eifrige Polizeimeisterin mit ihrem Zivilfahrzeug vorbei, bremste in Rambomanier und fing an aufzuschreiben. Marcel nahm aber an, dass das Nachbarfahrzeug ein Knöllchen bekäme, da die gute Dame ihn ja beim Ausladen sah, aber kein Wörtchen sagte. Als er wieder aus dem Haus kam, war aber das rosa Papierchen unter unserem Scheibenwischer. Ziemlich lächerlich diese Aktion. Sie hätte ja durchaus auch mal sagen können »Fahren’se hier mal bitte weg!« Aber so!? Keinen Laut geben und gleich schreiben. Erst recht, wo ich überhaupt keine andere Wahl zum Ausladen hatte… Nuja nich’ zu ändern – sind halt 15 €. Wahrscheinlich war die Frau Polizeimeisterin gerade fertig mit ihrer Ausbildung und durfte endlich selber Knöllchen schreiben. Das wollte sie sich vielleicht nicht vermasseln lassen durch ein Gespräch. 😉

Zum Glück lief der Möbelaufbau und auch die Reparatur des Kabels problemlos und schnell. Also sind wir nachmittags dann gleich wieder zurück gen Fürth von wo ich dann nachts noch weiterfuhr bis nach Hause.

Ergo: Kacktag!

Seil defekt, Kabel durchgescheuert, Regen wie die Seuche, Hänger undicht (Teppichbelag und einige Möbelteile nass geworden), Knöllchen bekommen sind die Dinge, die auf der negativen Seite stehen. Positives? Hmm… bestenfalls der reibungslose Aufbau der Möbel, das vorhandene Navigationssystem (echt nicht schlecht sowas in einer Großstadt) und dass die Reparatur des Seils mich nur 67 ¢ für einen Karabinerhaken aus dem Baumarkt gekostet hat.

An dieser Stelle nochmal eine großen Dank an mein Brüderchen und seine Sizilianerin für seine Hilfe und für Unterkunft und Verpflegung in Fürth!

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