Desaster knapp verfehlt

Rubrik:  Erlebt  ·  Autor:  Zappelfillip17. November 2005, 14:11 Uhr

Mittwoch Abend, dreispurige A9 Richtung Berlin, Heimfahrt von München nach Erfurt, es ist bereits dunkel und die Autobahn halbwegs leer. Etwa 700 m vor der Abfahrt Schleiz befinden sich auf dem Standstreifen zwei Fahrzeuge, natürlich mit Warnblinklicht – offensichtlich eine Panne. Etwa fünftig Meter weiter steht ein weiterer Wagen, ein Kleinbus. Da nach hinten ausreichend Platz ist, beschließe ich, vom rechten auf den mittleren Fahrstreifen zu wechseln um eventuelle Personen auf dem Standstreifen nicht unnötig zu gefährden.

Ich setze gerade zum Spurwechsel an und erschrecke, als es ein lautes Geräusch und einen Schlag ins Lenkrad gibt – da lag wohl irgend ein Teil auf der Straße. Ob wohl der Reifen okay ist? Instinktiv lenke ich stark Richtung Mittelstreifen, um das Überfahren eventuell weiterer Teile auf der rechten Spur zu vermeiden. Ich habe gar keine Zeit, weiter über den Reifen nachzudenken, denn sofort taucht vor meinem Auto irgendein großer Gegenstand auf der mittleren Spur auf. Was es war, kann ich nicht sagen. Er war jedenfalls schwarz, weshalb ich ihn erst im letzten Moment im Schein des Abblendlicht gesehen habe. Vielleicht war es ein Reifen, wobei der Gegenstand eigentlich höher war. Mir blieb nichts anderes übrig, als erneut stark nach links auszuweichen, um nicht in das Ding hineinzufahren. Mit der rechten Autoseite habe ich ihn wahrscheinlich noch erwischt und ich hatte auch das Gefühl, erneut über etwas gefahren zu sein. Zum Glück war die Autobahn so leer, dass ich in diesem Moment keinen gefährdet habe. Das einzig brenzlige: Die Straße war nass und ich kam schon leicht ins Schleudern. Wäre ich schneller gewesen und hätte dadurch mein Auto nicht abgefangen können, wäre es gut möglich gewesen, dass ich die Autos auf dem Standstreifen wegsemmele. Ich möchte es mir lieber nicht vorstellen.

Natürlich hielt ich dann auch erstmal an und schaute, ob meine Reifen okay sind. Waren sie glücklicherweise auch. Ich nehme an, eines der drei Fahrzeuge hat irgendwelche Teile verloren oder es gab einen Unfall und die anderen sind auch schon drübergerumpelt, weshalb sie dann auf dem Standstreifen standen. Sofort habe ich dann erstmal den örtlichen Radiosender und die 110 informiert. Wobei ich ein wenig vom Radio enttäuscht bin. Anstatt die Gefahr sofort durchzugeben, babbelte die Moderatorin erst noch rum, es wurde noch ein Lied gespielt und erst dann gab es die Verkehrsdurchsage. In dieser Zeit sind da locker einige dutzend Fahrzeuge durchgekommen. Naja nich’ zu ändern. Ich bin froh, dass mein Reifen nicht geplatzt ist und ich auch nicht durch die Nässe ins Schleudern gekommen bin. Vielleicht hat das Fahrsicherheitstraining vom Frühjahr doch seinen Sinn gehabt.

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4 Kommentare    ·    hier schreiben
  1. Kommentar: Marc am 17.11.2005, 14:43 Uhr

    Brrrr, ich kenne solche Situationen. Bei mir (da war ich Beifahrer) tauchte mal in völliger Dunkelheit ein unbeleuchtetes Fahrzeug querstehend im Kegel des Abblendlichts auf. Wie im schlechten Film sah man hinter der Fahrertür das entsetzte Gesicht des Fahrers, der um die Unausweichlichkeit des Zusammenpralls wusste.

    Vollbremsung – bumms – 2 Autos platt – keine Verletzten – puuuuuh!

    An solchen Abenden trinkt man am besten in Reihen seiner Freunde ein Glas edlen Gesöffs – wenn das Zittern aufgehört hat.

  2. Kommentar: kuschti am 17.11.2005, 15:20 Uhr

    Hatte auch mal ein änhliches Erlebniss, da waren wir auf dem Weg ins Tessin auf der Autobahn, und vor uns fuhr ein kleines Auto mit einem kleinen Tannenbaum auf dem Dach. Plötzlich löste sich dieser und flog direkt auf uns zu, mein Kumpel konnte noch knapp ausweichen aber ein Fahrzeug hinter uns dann nicht mehr.

  3. Kommentar: Brüderchen am 17.11.2005, 18:31 Uhr

    Ich sage nur Kühlschrank auf der rechten Spur und zum Glück eine freie Autobahn…..

  4. Kommentar: Zappelfillip am 17.11.2005, 18:53 Uhr

    Dir passiert?

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