Der lustige Zugführer

Rubrik:  Abenteuer München  ·  Autor:  Zappelfillip25. November 2005, 08:11 Uhr

Hier in München hat es heute Nacht ordentlich geschneit und es rieselt immer noch zünftig. Daher habe ich natürlich erwartet, dass die öffentlichen Verkehrsmittel überfüllt sein würden, denn wer nicht unbedingt mit dem Auto fahren muss, wird es heute Morgen wohl lieber stehen lassen.

Ich fahre mit der U-Bahn-Linie U1 von der Mailinger Straße drei Stationen und steige am Sendlinger Tor in die U6 bis Freimann um. Die U1 war erwartungsgemäß knackevoll und es gab sehr viel Körperkontakt. An einen Sitzplatz war natürlich auch nicht zu denken. Ebenso ging es auch am Sendlinger Tor in der U6 weiter: volles Haus. Kaum abgefahren, ertönte dann alsbald die Stimme unseres Zugführers in wundervollem bayrischen Dialekt aus den Lautsprechern. Erst erzählte er was von Notprogramm der S-Bahnen und man solle die Durchsagen an den Bahnsteigen beachten. Aber kurz darauf kam der Brüller des Tages (bitte alles in leicht homosexuell angehauchtem bayrischen Dialekt vorstellen, aus Verständlichkeitsgründen schreibe ich hochdeutsch):

»Wer am Marienplatz aussteigen möchte, soll sich bitte rechtzeitig bemerkbar machen.«

Hmm was sollte das heißen? Mit einem langen Atemzug in die Trillerpfeife pusten und zu hoffen, dass es vom letzten Waggon bis nach vorn zum Zugführer durchdringt? Nein natürlich nicht. Er meinte, wer aussteigen möchte, soll sich schon während der Fahrt durch die Massen zu den Türen drängeln.

»Am Marienplatz (er meinte die U-Bahnstation, Anm. d. Red.) ist es nämlich sehr voll.«

Ach deshalb. Damit wirklich erstmal alle aussteigen bevor die Neuen zusteigen. Klingt logisch, denn sonst drängeln die von draußen schon rein und dann haben drinnen die, die eigentlich raus wollen keine Chance mehr. Gehört hatte ich eine solche Durchsage bislang noch nicht. Na da bin ich mal gespannt.

»Beim Aussteigen bitte die gesamte Türbreite nutzen, die anderen müssen halt ein Stück zur Seite treten.«

Aha – ich bin ja nun sehr schlank. Ich müsste also, wenn ich am Marienplatz aussteigen wollte, mich ganz breit machen, damit ich die gesamte Türbreite ausfülle? So ein Quatsch ;)

»Nach dem Aussteigen bitte zügig zur Bahnsteigmitte durchtreten.«

Ui naja da wird es ja richtig voll werden. Und es dauerte auch nur noch wenige Sekunden bis zur Einfahrt in den Bahnhof „Marienplatz“. Wir rechneten bereits mit dem Schlimmsten. Und dann sah ich es… Nichts! Kein voller Bahnsteig. Was hat der Kerl da erzählt!? Der Bahnhof war so leer wie noch nie! Fünf einsame Hanseln standen da und warteten auf die Bahn. Naja wenigstens war dann erstmal das Gelächter im Wagen groß. Was den da geritten hat, frage ich mich. Komischerweise waren alle U-Bahn-Stationen ab dem Sendlinger Tor sehr leer. Ich kann’s mir nicht erklären…

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ein Kommentar    ·    hier schreiben
  1. Trackback: kuschti.ch am 25.11.2005, 11:05 Uhr

    Wintereinbruch

    Auch bei uns in der Zentralschweiz hats nun endlich bis in die Niederungen geschneit.
    Andere berichteten ja schon länger darüber, wie z.b. Zappelfillip (1 & 2), aber auch bloggingtom hat heute den Wintereinbruch vermerkt.

    Ich habe nich…

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