Sein Erfurt (virtuelle Stadtführung)

Rubrik:  Zappventures  ·  Autor:  Zappelfillip11. Dezember 2005, 19:12 Uhr

Den heutigen 3. Advent haben der Zappelfillip und wir mit einem kleinen Bummel durch das weihnachtliche Erfurt begangen. Seine Idee war es dabei auch, doch mal den Fotoapparat mitzunehmen und daraus eine kleine Stadtführung durch seine Heimatstadt zu inszenieren. Zappi wollte so gern seiner Leserschaft markante und bekannte Orte in Erfurts Altstadt vorstellen. Wir hatten nichts dagegen und so ist eine ganze Anzahl (hoffentlicch) interessanter Fotos entstanden, die wir hier kurz im Namen von Zappelfillip vorstellen möchten. Zuerst einmal gibt es einen Ausschnitt aus dem Stadtplan, der zeigen soll, welchen Weg wir gegangen sind. Außerdem kann man sich so eine Vorstellung machen, wo sich was in Erfurt befindet. Dieser Plan öffnet sich ausnahmsweise mal in einem neuen Fenster, damit er im Hintergrund gehalten werden kann. Die Nummern auf dem Plan werden dann auch im Text an entsprechender Stelle auftauchen – so funktioniert die Orientierung.

Stadtplan Erfurt

Beginnen wollen wir in der Gorkistraße (auf dem Plan unten links), denn dort wohnen wir – also der Zappelfillip, Sandra und ich. Und wie immer, wenn es um etwas geht was ihm Spaß macht, ist der Zappi der allererste der bereit ist und so wartet er schon sehnsüchtig im Treppenhaus auf den Start des Stadtrundganges.

Als erste Station wollen wir Euch das alte Opernhaus zeigen (1). Dieses befindet sich direkt vor unserer Haustür. Heute ist darin kein Theater im herkömmlichen Sinne mehr, sondern vielmehr finden dort Veranstaltung aller Art statt: Konzerte, Kabarett, Varieté etc. Schönes Gebäude! Es nervt nur, dass wir keinen Parkplatz mehr kriegen, wenn hier gerade ein Event stattfindet. Es gibt nämlich keinen zugehörigen Parkplatz und so wird einfach hoffnungslos unsere Straße zugeparkt.

Nun bewegen wir uns zurück gen Norden und überqueren bei (2) die Wilhelm-Külz-Straße. An der Ampel warten wir natürlich vorbildlich auf das Erscheinen des grünen ostdeutschen Männchens. Den Kindern immer ein Vorbild sein!
Anschließend betreten wir den Brühler Garten (4). Dies ist eine kleine Parkanlage in der „Brühler Vorstadt“ – der Stadtteil, in dem wir wohnen. Eigentlich nix besonderes – sie fällt uns nur immer dann auf, wenn von dort im Sommer sonntags Bummsfalleramusik in unser Ohr dringt. Natürlich vorrangig bereits früh um 8, wenn der Normalsterbliche sich gerade im Bettchen noch einmal umdreht. 😡

Natürlich konnte es Zappi mal wieder nicht lassen und musste unbedingt auf dem dortigen Kinderspielplatz (3) ein paar Minuten tollen. Am meisten liebt er die Schaukel. Dann tönt es laut »Höher, hööööööher« durch den Park und wir müssen immer stärker anschubsen.

Ist der Brühler Garten durchquert, gelangt man auf auf den Theaterplatz. Was sich dort befindet, lässt sich unschwer erraten: Das Theater bzw. die Neue Oper (5): ein ziemlich hässlicher Glaskasten mit großen ebenerdigen Wasserflächen davor (jetzt natürlich ohne Wasser). Allerdings wundervoll präsentiert von Zappelfillip. Darunter befindet sich eine Tiefgarage.

Viel zu sehen gibt es hier nicht. Der ganze Bereich wurde neu ge- und bebaut, einschließlich Luxushotel und Casino, für welches die Stadt monatlich einige zehntausend Euro Miete zahlt, was aber noch gar nicht eröffnet wurde (Gründe unbekannt – fehlende Konzession?). Nun soll es dann aber doch endlich losgehen.

Weiter bewegen wir uns nun auf der Mainzerhofstraße und nähern uns von hinten dem erhabenen Dom (6). Direkt daneben befindet sich eine weitere Kirche: die Severi-Kirche. Zappelfillip war zu diesem Zeitpunkt bereits schon ordentlich kalt, weshalb er sich die meiste Zeit nur noch, eingemummelt in Mütze und Schal, tragen ließ.

Nun wollen wir die paar Treppen auf den Domhüggel emporsteigen, uns den „Hintereingang“ des Doms anschauen, um anschließend (6) zwischen den beiden Kirchenhäusern Richtung Domstufen (7) und Domplatz hindurchzulaufen. Natürlich wimmelt es am Dom immer von Leuten. Ist schon irgendwie ein Anziehungspunkt in Erfurt:

An den Domstufen angelangt, kann man hier nun den Blick von den Domstufen herab auf den Domplatz genießen. Auf besagten Stufen finden auch allerlei kulturelle Ereignisse statt, so zum Beispiel die „Erfurter Domstufenfestspiele“ jedes Jahr im Sommer. Dieses Jahr wurde „Jesus Christ Superstar“ aufgeführt… in einer zugegebenermaßen gewöhnungsbedürftigen Inszenierung. Zu den Festspielen wird direkt vor den Domstufen eine große, steil aufsteigende Tribüne für Zuschauer aufgebaut, wobei die Stufen selbst als Bühne dienen.

Auf dem Domplatz findet momentan der große Erfurter Weihnachtsmarkt statt, über den wir nun einen kleinen Bummel machen wollen – natürlich nicht, ohne noch einmal auf den imposanten Erfurter Dom zurückzuschauen.

Nun ist es allerhöchste Zeit für eine erste Aufwärmrunde. Und was eignet sich dazu in dieser Jahreszeit besser als ein zünftiger Glühwein. »Alles!«, sage ich, denn ich bin absolut kein Alkoholtrinker. Nicht so unser Zappelfillip. Einen Kinderpunsch zu trinken, kam für ihn nicht in Frage. Es musste schon ein ordentlicher Stiefel feinsten Glühweins sein. Stolz posiert er neben seinem Heißgetränk, bevos dieser bis auf den letzten Tropfen vernichtet wird:

Ausgetrunken und aufgewärmt setzen wir die Schlenderei über den Weihnachtsmarkt fort, um diesen anschließend bei (9) zu verlassen und weiter durch die Erfurter Altstadt zu stromern. Zum Glück ist diese komplett für den Verkehr (außer Lieferanten und Straßenbahn) gesperrt, weshalb man auch durchaus unaufmerksam direkt auf der Straße schlendern kann.

Auf folgendem Bild sehen wir das Erfurter Hochzeitshaus und Standesamt (10) im „Haus zum Sonneborn“ – Zappelfillip ist übrigens Single. 😉

Der Straße weiter folgend gelangen wir auf den Fischmarkt. Hier befindet sich auch das Erfurter Rathaus (11) – ein unfassbar kitschiger gothischer Bau. Hier sitzt der Manfred Ruge, den irgendwie keiner wirklich leiden kann und der trotzdem immer wieder zum Oberbürgermeister gewählt wird. Naja nun wechselt er, nach eigenen Angaben 2006, in eine für ihn extra geschaffene Versorgungsstelle (ohne Ausschreibung !!!) als 3. Geschäftsführer zu den Erfurter Stadtwerken. Gewusst wie!

Wir lassen das Rathaus rechts und den Fischmarkt hinter uns liegen und gehen weiter in Richtung Wenigemarkt. Bei (12) sehen wir ein doch recht außergewöhnliches Fachgeschäft: „Der Christbaum“. Dieser Laden existiert tatsächlich ganzjährig und verkauft ausschließlich diversen Kram rund um Weihnachten. Erstaunlich, dass dieser auch im Sommer oder Frühjahr Waren an den Mann bringen kann. Naja aber wer auch schon im September Lebkuchen und Dominosteine isst, der kauft sicher auch Weihnachtsdeko zu Ostern.

Das nächste bekannte Highlight Erfurts stellt die Krämerbrücke (siehe auch hier) (13) dar. Alles winzige Häuschen mit noch winzigeren Geschäftchen – meisten kunsthandwerklicher Art.

Die Krämerbrücke ist eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt Erfurt. Ursprünglich als Holzbrücke über das Flüsschen Gera errichtet und durch Brände wiederholt zerstört, wurde sie durch eine im Jahr 1325 fertig gestellte Steinkonstruktion ersetzt. Bereits im 11. Jahrhundert mit Krämerbuden bebaut, verband die Krämerbrücke im Verlauf der historischen Via Regia die beiden Handelsplätze Wenigemarkt und Fischmarkt. Diese Stelle im Herzen Erfurts wird von der historischen Forschung als die eigentliche Keimzelle der Stadt betrachtet.

[Quelle: Wikipedia.org]

Auf dem Wenigemarkt angelangt, dem Ende der Krämerbrücke, gehen wir ein paar Schritte zurück und biegen in eine Straße Richtung Süden ein. Hier kommen wir an einem lustigen Schild vorbei. Offensichtlich kann sich hier, wer mag, nach alter Tradition Schilder für seine Email machen lassen. Keine Ahnung, was das soll… Wahrscheinlich für die Signatur oder so. Heute nennt man sowas ja in Internetkreisen „Banner“ – aber vielleicht war das früher anders 😉

Bei (14) schauen wir noch einmal entlang der Gera, „unserem“ Flüsschen, zurück in Richtung Krämerbrücke, bevor wir an der Kreuzung Junkersand/Schlösserstraße (ebenfalls eine Brücke über die Gera) an einem kleinen Wehr eine alte Wassermühle bestaunen, die heute ein Technisches Museum ist.

Nach einer ordentlichen Thüringer Bratwurst (natürlich echte Thüringer, nicht Bratwurst „Thüringer Art“ – das ist ganz was anderes und schmeckt nicht) am ortsansässigen Stand gehen wir weiter auf der Schlösserstraße (übrigens alles immer noch alles Fußgängerzone) Richtung „Anger“. Dort befindet sich bei (17) das alte Postgebäude (auf dem Stadtplan übrigens fälschlicherweise mit Kloster bezeichnet), auch heute noch die Erfurter Hauptpost. Früher war dort eine Apotheke, in der im 18. Jahrhundert der berühmte Apotheker Johann Bartholomäus Trommsdorff tätig war.

Bei (16) sehen wir nun die große Einkaufspassage im Erfurter Zentrum: das „Anger 1“. Diese existiert bereits seit Kaiserzeiten und wurde erst vor ein paar Jahren im Inneren umfangreich umgebaut.

Vorbei an einigen alten Gebäuden in der Erfurter Altstadt (18) (19) halten wir noch einmal am Angerbrunnen inne und schießen Erinnerungsfotos mit Zappelfillip. An diesem Brunnen spaltet sich die Angerstraße in Regierungsstraße und Neuwerkstraße.

Wir gehen nun die nördlich verlaufende Regierungsstraße noch ein paar Schritte weiter und an der Thüringer Staatskanzlei (21), dem Regierungssitz des Ministerpräsidenten, endet dann auch unser kleiner Stadtrundgang durch Thüringens Landeshauptstadt. Ich hoffe, der ein oder andere hat doch bis hierher durchgelesen und hat ein paar, durch Bilder unterstützte, angenehme Eindrücke von Erfurt erhalten. Viele weitere Informationen zur Stadt findet man auch auf den Seiten von Erfurt-Web.de. Kommd nur ruisch e‘ma her!

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3 Kommentare    ·    hier schreiben
  1. Kommentar:
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