Mein Jahresrückblick 2005 (Teil 1)

Rubrik:  Angemerkt  ·  Autor:  Zappelfillip2. Januar 2006, 00:01 Uhr

Nachdem nun zwischenzeitlich jedermann mehr oder weniger erfolgreich ins neue Jahr herübergeschlittert sein dürfte, wird es auch für mich Zeit, neunmalklug auf mein vergangenes Jahr zurückzuschauen. Ich persönlich halte nicht so furchtbar viel von Jahresrückblicken, die bereits im zu bewertenden Jahr auf uns hereinprasseln – meist in Form von Unmassen unfassbar witziger TV-Sendungen. Und das beginnt ja dann traditionell alljährlich bereits spätestens Anfang November. In Ermangelung präziser Zukunftsvoraussagungen, die wir immer noch schmerzlich missen, fallen damit aber logischerweise alle Highlights flach, die wirklich erst zum Ende des Jahres stattfinden. Das Jahr 2004 war ja mit seiner Tsunami-Katastrophe an den Weihnachtsfeiertagen ein Paradebeispiel. Alle Jahresrückblicke waren bereits gelaufen aber es fehlte nun glatt das wichtigste Ereignis 2004.
Lange Rede, kurzer Sinn: bei mir gibt es den Jahresrückblick tatsächlich erst, wenn es auch wirklich ein Rückblick ist. Daher nun an dieser Stelle, pünktlich zum Neujahrstag mein Jahr 2005 in (hoffentlich) kurzen Worten.

Januar

Der Tsunami dominiert die Nachrichten. Ich jedoch hatte zu dem Zeitpunkt nur etwas anderes im Kopf: meine Diplomarbeit. Diese befand sich in der Schlussphase und da ich natürlich, wie wohl die meisten Studenten, den schriftlichen Kram auf die lange Bank geschoben habe, konnte man abends und nachts durch die schwach beleuchteten Fenster in der Gorkistraße 21 einen roten Lichtschein im Zimmerhintergrund erkennen. Dies waren meine Finger, die pausenlos rotglühend über die Tastatur meines Rechners flitzten. Eigentlich war es sogar gar nicht mein Rechner. Dieser hatte selbstverständlich, getreu meinem besten Freund Murphy in der heißen Schreibphase seinen Geist aufgegeben, weshalb ich auf den Laptop meiner Freundin zurückgreifen musste. Leider hatte sie ab diesem Zeitpunkt keine Chance mehr, diesen zu nutzen geschweige denn ins Internet zu gelangen.
Weitere Ereignisse: Mosi wird ermordet, die LKW-Mautpflicht wird endlich erfolgreich eingeführt, der deutsche Fußball erlebt seinen wohl größten Skandal (was mich persönlich wegen Fußball-Desinteresse total peripher tangierte) und Prinz Harry Potter spielt Nazi.

Februar

Diplomarbeit zum Thema „Kriterien zur Relevanz von bimodalen Perzeptionstests“ abgegeben: 5 Kapitel plus Anhang ergaben insgesamt 105 Seiten. Zum Ende hin bestand die Hauptaufgabe fast nur noch darin, sinnvoll zu kürzen, da ich sonst wegen zu vieler Seiten Abstriche hätte hinnehmen müssen. Tjaja – die Profs möchten halt auch nicht ewig lesen und ich finde es gar nicht schlecht, auch eine Obergrenze vorzugeben. So ist man wirklich gezwungen, wichtiges von weniger wichtigem zu trennen. Bei Abgabe der Arbeit erfahre ich, dass ich bis zur Verteidigung über einen Monat warten muss – 5 Wochen Bangen und Hoffen.
Weitere Ereignisse: erstmals über 5 Millionen Arbeitslose, unter vielen Buhrufen besucht der amerikanische Präsident Lügner Deutschland – Mainz wird hermetisch abgeriegelt, Jacko wird angeklagt, der Film „Million Dollar Baby“ von Clint Eastwood erhält Oscar für den besten Film.

März

Am 7. März „darf“ ich endlich meine Diplomarbeit verteidigen. Dies bedeutet mündliche Präsentation der Ergebnisse mit anschließender Diskussion. Die Veranstaltung war als öffentlich deklariert, es hätte also jedermann kommen und zuschauen können. Tatsächlich waren aber außer mir aber nur 5 Personen anwesend, darunter auch mein zuständiger Professor und mein Betreuer. Am Abend vor der Verteidigung habe ich mich natürlich total verrückt gemacht und war nervlich ziemlich angespannt. Dank Sandra konnten wir dann aber doch noch eine gute Präsentation basteln. Mehrmals habe ich sie durchgesprochen. Entsprechend zufrieden stellend konnte ich sie dann auch am nächsten Tag über die Bühne bringen. Die Bewertung beider Teile (schriftliche Arbeit und Verteidigung) reichte am Ende zu einer 1 als Gesamtnote für die Diplomarbeit, wovon ich zugegebenermaßen sehr überrascht war. Damit hatte ich nicht gerechnet, aber offensichtlich war man zufrieden mit meiner Arbeit.
Einen Tag nach der Verteidigung, also am 8. März, verließ ich zum ersten Mal in meinem Leben Europa. Sandra und ich starteten zu einem 2-wöchigen Sonnenurlaub nach Venezuela – genauer auf die Insel Isla de Margarita vor dem venezuelanischen Festland. Es war klasse – Sommer im Winter zu erleben! Ich kann mir rückblickend keine bessere Methode vorstellen, den Stress der vorangegangenen Wochen loszuwerden.
Weitere Ereignisse: Heide Simonis wird in Kiel nicht wiedergewählt – Anfang vom Ende der rotgrünen Regierung auf Bundesebene, die italienische Geisel Giuliana Sgrena wird aus ihrer Geiselhaft im Irak befreit – ihr Retter vom italienischen Geheimdienst wird unter etwas mysteriösen Umständen von amerikanischen Soldaten erschossen.

Fortsetzung folgt…

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  1. Pingback: Mein Jahresrückblick 2005 (Teil 2) « Zappelfillip plaudert… am 2.01.2006, 18:45 Uhr

    […] Und weiter geht es im Jahresrückblick mit dem zweiten Quartal 2005. Den ersten Teil gab es hier. […]

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