Telefonsex

Rubrik:  Erhascht  ·  Autor:  Zappelfillip8. Januar 2006, 19:01 Uhr

Ich hatte Telefonsex! *rumms*

Ja ich geb’s zu! Und dazu kommt noch, dass es die kommerzielle Variante war, was bedeutet: rasend schneller Gebührenzähler des Telefons.
Allerdings war dies zu einer Zeit, als man mich gerade so Teenager nennen konnte – ein genaues Alter weiß ich nicht mehr. Ich vermute irgendwas zwischen 14 und 15, denn die Berliner Mauer war bereits Geschichte. Das Interesse am weiblichen Geschlecht war aus heutiger Erinnerung noch nicht soooo sehr ausgeprägt. Und dennoch war es wohl eine gewisse Neugier, einmal die Nummer eines solchen inserierten Dienstes zu wählen. Ich war damals nicht allein und so kauften meine Kumpels und ich zusammen eine Telefonkarte, um dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen. Ja ihr habt richtig gelesen: an Handys außerhalb einer sehr kleinen und elitären Gruppe von Wirtschaftsbossen war überhaupt noch nicht zu denken, geschweige denn, dass mitten in der Pupertät steckende Jungs (so wie heute üblich) ein Mobiltelefon zur Nutzung gehabt hätten. Also haben wir zusammen eine Telefonkarte am nächsten Kiosk gekauft und von der Telefonzelle am Karl-Marx-Platz (heute Bayreuther Platz) in Rudolstadt – jener thüringischen Kleinstadt, in der ich aufwuchs – eine x-beliebige 0190er Nummer mit eindeutigem Angebot angerufen – standen ja genug im Anzeigenteil der Tageszeitung unter „Bekanntschaften“.

Was soll ich sagen? Es war enttäuschend! Drei furchtbar aufgeregte junge Kerlchen vom Lande, noch lange nicht so weit wie die heutige Jugend mit 14 oder 15, horchen ebenso zu dritt an einem kleinen sehr leisen Hörer und eigentlich passiert auf der anderen Seite gar nix. Denn kaum hatte man eine Nummer gewählt, wurde einem gesagt, man solle eine weitere wählen – wobei man nun für diesen Hinweis schon schön teuer bezahlt hatte. Also hektisch die Neue notiert oder versucht zu merken, aufgelegt und wieder neu gewählt. Und was war? Jedes mal doch nur ein Band auf der anderen Seite. Nicht eine Verbindung, an der sich tatsächlich mal eine reale Person gemeldet hätte. Okay zugegeben, wir hätten beim ersten Melden wohl sowieso sofort wieder aufgelegt. ;) Und trotzdem waren die Bandansagen absolut öde und pure Abzocke. Da wurde die ersten Minuten einfach ewig lang irgendwas erzählt, man musste sich über die Kosten belehren lassen, durfte aus verschiedenen „Dingen“ auswählen, und selbst beim gewählten Band war dann auch erst noch ein ewiges „Vorspiel“ akustisch zu vernehmen. Und ehe wir uns versahen, war die 20 Mark Telefonkarte leer ohne auch nur die erste Dame halbwegs lasziv ins Telefon hauchen gehört zu haben. Danach hat’s mir/uns gereicht.

Warum ich das schreibe? Nun – beim Lesen dieses Artikels habe ich mich irgendwie ertappt gefühlt. Einen Moment musste ich überlegen, ob wohl tatsächlich ich gemeint sein könne. :D Aber ich kann abwiegeln: Nein ich war es nicht. Allerdings wäre ich sehr sauer, wenn sich herausstellen sollte, dass er heimlich und hinter meinem Rücken diese Dienste in Anspruch nimmt. Wehe ihm! Dann isser sein Handy ganz schnell wieder los. Und es gibt Fernsehverbot. Jawoll! ;)

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  1. Kommentar: Flocke am 10.01.2006, 21:22 Uhr

    Rrrruff mmich aNN!

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