Gedanken auf dem Weg zur Arbeit

Rubrik:  Erlebt  ·  Autor:  Zappelfillip7. April 2006, 09:04 Uhr

»Langsam, Tom! Janz ruisch! Mach langsaaaaam!«

Uiuiui… Großstädte verleiten ganz schön zum rasen! Eigentlich bin ich kein besonderer Raser. Okay – immer vorbildlich fahre ich nicht aber so grundsätzlich habe ich mir ein Prinzip festgelegt – irgendwann mal. Innerorts fahre ich „normalerweise“ maximal 10 km/h schneller als erlaubt und außerhalb Ortschaften – meist Autobahn – 20 km/h. Warum diese Werte? Nunja, bei 10 laut Tacho zuviel blitzen die meisten Anlagen noch nicht. Denn tatsächlich ist man ja langsamer, da in Deutschland ein Tacho immer eine um ca. 8% höhere Geschwindigkeit anzeigen muss. Fahre ich also 60 laut meinem Tacho, sind es tatsächlich wohl eher irgendwas um 55-57 km/h. Und die selbst auferlegte 20 km/h-Toleranz außerorts rührt einfach nur daher, dass man erst ab 21 km/h über der erlaubten Geschwindigkeit Punkte bekommt. Und so fahre ich meist irgendwas um 18 km/h schneller.

So – und da wo ich herkomme (mein Gott, das klingt immer, als wäre ich ein Marsmännchen), konnte ich diese Fahrgewohnheiten durchaus sehr erfolgreich und halbwegs blitzarm beibehalten. Man tuckert da eben so im Strom mit seinen knappen 60 durch die City. Hier in München, einer ausgewiesenen Großstadt, sieht das aber ganz anders aus. Wollte ich hier auch nur annähernd mein Prinzip aufrecht erhalten, wäre ich wohl das größte Verkehrshindernis seit Menschengedenkens auf Münchens Straßen. Wahrscheinlich könnte ich dann auch im Radio hören:

»Achtung eine Verkehrsdurchsage! Auf der Bundestraße 2R in Höhe der Donnersberger Brücke bitte besondere Vorsicht walten lassen. Es kommt Ihnen zwar kein Fahrzeug entgegen, aber es scheint dort eines auf dem rechten Fahrstreifen zu parken.

Parken!? Meise oder was!? Ich fahr doch schon sechzisch! Immer den Schweiß auf der Stirn, bei nächster Gelegenheit geblitzt zu werden. Hinter mir ein satter 40-Tonner, der schon ständig Lichthupe gibt und im anschließenden Tunnel zum Überholen ansetzt. So könnte es sein. Tatsächlich wage ich es mir aber nicht, die Verkehrsbremse zu sein. Okay wenn ich noch ein Sonntagshütchen hätte vielleicht, dann würde ja jeder damit rechnen aber so… Ich mach‘ doch nicht den Dödel! Nein nein ich schwimme schon irgendwie im Verkehr mit. Aber man muss ehrlich sagen: bei den erlaubten 60 km/h auf einem Teil der Strecke zur Arbeit muss man mindestens 80 fahren, um halbwegs mithalten zu können. Und selbst dann wird man noch fleißig und zügig überholt. So ein Fahrstil bei uns und du hast ganz schnell die Polizei an der Hacke. Aber was will man machen!? Der Mensch ist halt ein Herdentier. Aber glücklicherweise gibt’s auf der Strecke auch keine Fußgänger, sonst würden hoffentlich alle etwas gemäßigter fahren.

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