Mein Sauger

Rubrik:  Erlebt  ·  Autor:  Zappelfillip25. April 2006, 00:04 Uhr

Soll ich Euch mal was richtig Belangloses erzählen? Etwas unfassbar Spießiges und nicht minder Langweiliges? Etwas wofür ich mich fast schon schämen könnte – aber eben nur fast – und was sich eigentlich überhaupt nicht lohnt zu bloggen? Na guuuuuut! Wenn ihr unbedingt wollt! Also folgendes: Ich wohne ja nun schon über ein halbes Jahr hier in meiner Hornzie, dem WG-Zimmer. Uraltes Parkett ist hier drin, dessen Spalten inzwischen schon breiter sind als Harald Juhnke in seinen besten Zeiten und das mehr knarzt als Queen Elisabeths Knochen bei der Geburtstagsfeier. Dazu kommt, dass ich weder Laminat noch Parkett mag. Ich weiß, gibt’s nicht viele von meiner Sorte. Jeder schwärmt heutzutage davon und Wohnungen, die selbiges enthalten sind nachwievor der Renner auf dem Markt. Kommt mir auf meiner bald anstehenden Budensuche aber nur entgegen. Naja jedenfalls habe ich hier wie berichtet einen ganz einfachen Teppichbelag reingelegt, um den unerträglichen und ungemütlichen Parkettanblick nicht ertragen zu müssen. Und man will ja auch mal ohne Hauslatschen rumlaufen.

Der Abbutze-TomAber wie bei jedem Teppichbelag lässt auch dieser sich nur sehr schwer mittels eines herkömmlichen Besens reinigen, was bei Laminat oder Parkett ja noch recht gut möglich ist (so hätte ich die Canyons zwischen den Parkettelementen füllen können… egal). Weiterhin ist es aber zweifelsfrei der Fall, dass auch ein Teppich mit der Zeit immer schmutziger wird – seien es die gefürchteten Wollmäuse oder gar Steinchen, die man von draußen mit hereinschleppt. Um dieser zunehmenden Verschmutzung Herr zu werden, habe ich bislang immer verzweifelt versucht, zumindest den gröbsten Schmutz mittels Handfeger und Kehrschaufel zu beseitigen. Das sah dann aus wie auf dem Bild: rumrutschen auf den Knien, ganz schnell den Feger schwingen, viel fluchen und gebracht hat es doch nicht viel. Denn entweder waren die Steinchen zu schwer und fühlten sich von den Kehrborsten nur gekitzelt ohne sich auch nur ein Stück zu bewegen oder sie waren sooo leicht, dass sie hinten über die Kehrschaufel schossen und meistens entweder in meinem Gesicht oder meinem Dekollete landeten. Und der Dreck knirschelt zwischen den Zähnen, sag‘ ich Euch. Eklisch! Die Wollmäuse und der ganze andere Alltagdreck zeigte sich übrigens auch nicht mehr beeindruckt, von meinen Putzversuchen – also lächerlich.

CLATRONIC-SaugerUnd so kam es nun, dass ich mir beim Saturn einen kleinen Staubsauger gekauft habe: einen CLATRONIC und er war der Billigste, für 29 €. Der hat gerade einmal 1400 Watt. Wenn ich bedenke, mit welchen Leistungsdaten die Markengeräte da so auftrumpfen und wie futuristisch die Dinger teilweise aussehen. Ich habe mich fast ein wenig geschämt, mit ihm zur Kasse zu gehen. Deshalb bin ich auch mehr durch die Gänge des Saturn gerobbt als gelaufen, immer in der Hoffnung, nicht mit einem Billigstaubsauger gesehen zu werden. Aber jetzt weiß ich wenigstens schonmal wie ein sauberer Teppichbelag aussieht. Die Saturnbodenpfleger leisten ganze Arbeit! Das Bezahlen gestaltete sich dann allerdings etwas schwierig, denn reicht ihr mal auf dem Boden liegend Eure EC-Karte bis zur Kassentheke. Da ist es schon wirklich von Vorteil, wenn man solch lange Spinnenarme hat wie ich. Dabei hat mich die Kassiererin erst übersehen, aber da bin ich ihr gar nicht böse – wäre mir an ihrer Stelle wahrscheinlich auch passiert. Und ich konnte ja dann auch auf mich aufmerksam machen: hab einfach die Staubsaugerkiste kurz durch die Warensicherungspiepdinger geschoben. So schnell is’ die wahrscheinlich noch nie mit ihrem Hintern vom Stuhl aufgesprungen. Das einzige was wirklich genervt hat waren die Leute in der Schlange, die mir ständig auf die Füße gestiegen sind. Aber egal! Ich habe dann die 29 € berappt und bin weiter gerobbt – raus aus dem Saturn und bis zur U-Bahnstation „Theresienwiese“. Hat auch ganz gut geklappt. Hab’ nur etwas Muskelkater und die Autofahrer an der Fußgängerampel waren ziemlich sauer, weil ich zwei Ampelphasen brauchte, um die Straße zu überqueren. Aber was soll ich machen!? Ich wollte ja nicht gesehen werden :D In der U-Bahn ging es dann auch schon viel besser – da gibt’s ja ’ne Rolltreppe und runtergekommen ist noch immer jeder…

Naja und nun muss ich aber dann auch mal eine Lanze für meinen kleinen Billigsauger brechen. Der Kamerad saugt und zutscht über den Boden, dass es eine wahre Freude ist. Tja Freunde, ist wahrscheinlich ein bissl wie im richtigen Leben: Es kommt nicht auf die Größe/Wattzahl an – der Durchmesser des Rohres ist entscheidend :D Und so kann ich nun herrlich all die kleinen Steine und Flusen beseitigen, die sich mir seit Wochen und Monaten in die Fußsohle bohren, wenn ich barfuß durch mein Zimmer laufe. Von nun an muss ich vor allem auch nicht mehr meine Füsse saubermachen, wenn ich sie müde unter die Bettdecke schieben möchte. Herrlich! Hatte ich schon erwähnt, dass ich bislang noch zu faul war nicht dazu gekommen bin, auch wirklich mal hier zu saugen? Morgen geht’s los… wahrscheinlich… ach wird das schön…

Ach übrigens möchte ich in den Kommentaren ausdrücklich nichts über einen Zusammenhang von Singleleben und Staubsauger lesen. Sonst gibt’s ne Hurbsel, Freunde! Klar!? Ich bestimme hier das Niveau! Und das ist niedrig genug! :D

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  1. Pingback: Abbutze « Zappelfillip plaudert… am 24.05.2006, 22:22 Uhr

    […] Also mein kleiner süßer und überaus preiswerter Unterdruckbodenreiniger legt ja eine mopsfidele Saugkraft an den Tag – da geht mir als Mann ja richtig das Herz in der Hose auf. Herrlisch! […]

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