Katzenabwehr

Rubrik:  Erlebt  ·  Autor:  Zappelfillip1. Mai 2006, 11:05 Uhr

Mein Väterchen ist der unanspruchvollste (also quasi anspruchloseste) und am spartanischsten – fast schon asketisch lebende Mensch, den ich kenne. Wahrscheinlich könnte man in der Regenzeit im brasilianischen Regenwald ohne alles aussetzen und er würde es noch nicht einmal merken. Soll jetzt keinesfalls heißen, dass er bereits am Rande der Senilität stünde oder hier nur auf trockenem Stroh schläft. Nein das natürlich nicht! Aber er hat eben an sein Leben, seinen Alltag absolut keine Ansprüche was Luxus angeht oder über das Nötigste zum Überleben hinausgeht. Was andere als selbstverständlich ansehen würden, hat für ihn keinen Mehrwert und er braucht es einfach nicht. Dabei ist er aber keineswegs geizig oder dergleichen – auch wenn es nach dieser kurzen Schilderung den Eindruck machen sollte. Natürlich ziehen wir ihn manchmal damit auf, aber in der Tat ist er es keineswegs. Ich kenne seit frühester Kindheit niemanden, der so bereitwillig und freiwillig auf z.B. die leckeren Dinge des Essens verzichtet, weil der Sohnemann gern noch einen Klops mehr essen wollte. Also er hat sich und seine Bedürfnisse schon immer weit hinten angestellt, wenn es um uns ging. Klingt jetzt wie Lobhudelei… und ist es auch! Toller Mensch! Aber darum geht es jetzt gar nicht. Also jedenfalls leistet er sich bei all seiner minimalistischen Lebensweise zwei Luxi (falls das Wort „Luxus“ lateinisch ist, wäre “Luxi“ die Mehrzahl… egal). Zum einen ist das jedes Jahr eine große Reise in die Welt – natürlich kein 0815 Strandurlaub, sondern Dschungeldurchquerung in Thailand, zelten neben Löwen in Afrika, Besteigung des Kilimandscharos, Rumkraxeln im Himalaya oder Inkatrail etc. – und auf der anderen Seite ein silbernes BMW Cabriolet. Ich hatte ja eigentlich gehofft, nun endlich mal die Open Air Saison eröffnen zu können, aber dieses Wochenende herrscht ja leider wiedermal äußerst wechselhaftes Wetter. Schweinekälte sach‘ ich nur…

.BMW Cabrio mit KatzenabwehrNaja als ich da jedenfall gestern so an unserem Carport vorbeimarschierte bzw. hab’ ich ja Wäsche dort aufgehängt, ist mir eines aufgefallen, was ich für durchaus bloggenswert halte. Schaut Euch einfach mal das nebenstehende Bild an! Wie man erkennen kann, befindet sich auf Motorhaube und Dach ein seltsames Gebilde aus einer Art Metallgitter und Holzverstrebungen. Dabei handelt es sich um ein selbstentworfenes und -produziertes Abwehrutensil von Nachbars Katze. Diese hatte es sich nämlich zum Hobby gemacht, eine große Zeit des Tages auf dem schön weich gepolsterten Cabriodach und der (vom Fahren möglicherweise warmen) Motorhaube zu verbringen. Das ging schon beim Vorgängercabrio los. Nun haben Katzen aber mindestens 2 doofe Angewohnheiten, die diesem Unterfangen einen stark bitteren Beigeschmack gaben. Zum einen Haaren sie wie die Seuche, was auf einem schwarzen Stoffdach nicht nur äußerst bescheiden aussieht, sondern auch kaum wieder wegzubekommen ist. Und schließlich soll das Dach ja nicht den Eindruck erwecken, wir würden Opa Karl bei einer Ausfahrt auf selbiges schnallen und der schnelle Fahrtwind würde ihm einen großen Teil seines zwischenzeitlich erweißten Haupthaare ausreißen. Die zweite noch viel schlimmere Angewohnheit der Minitiger ist das Ausfahren der Krallen, wenn sie auf etwas hochspringen – eben zum Beispiel auf die Motorhaube. Das macht so richtig unschöne Kratzer, was bei einem neuen Auto auch umso ärgerlicher ist. Also haben wir es erst mit allerlei pdychischen und geruchstechnischen Drohgebärden versucht. Angeblich mögen Katzen ja kein Citrusöl, was aber eine absolute Lüge ist und überhaupt keinen Effekt zeigte. Mistvieh süüüüße kleine Kätzchen hat es sich weiterhin immer wieder gemütlich auf dem Wagen gemacht. Folglich mussten wir zu härteren Maßnahmen greifen. Nein kein Abschuss und auch keine Vergiftung! Ein Antidrauftummelgebilde musste her. Denn die Physik hat uns eines gelehrt: wo sich ein Körper befindet, kann sich zur gleichen Zeit kein zweiter befinden. Logisch! Das wir uns aber im Schichtbetrieb nun 24 Stunden am Tag auf das Auto legen und somit den Platz besetzen kam aber aus nachvollziehbaren Gründen von Anfang an nicht in Frage. Also fing mein Väterchen an zu knobeln und entwarf eben jenes Gebilde aus Metallgitter, einem Besenstil und Isolation für Wasserrohre. Davon gibt es nun 2: eines kommt auf’s Dach, das zweite wird in die Scheibenwischer eingehängt und schützt die Motorhaube vor ungebetenem Besuch.

Motorhaubenkatzenschutz  Dachkatzenschutz

Zugegebenermaßen ist es schon ein wenig umständlich, vor und nach jeder Fahrt dieses Katzenfernhaltegitter rauf- bzw. runterzunehmen, aber wenn es hilft, den Wertverfall des Wagens nicht zuuu sehr zu beschleunigen… Und das tut es tatsächlich. Katzenspuren sehen wir seitdem bestenfalls noch auf dem Kofferraumdeckel und ich freue mich diebisch, der Nachbarkatze ein Schnippchen geschlagen zu haben, denn ich mag keine Katzen. Aber das ist eine andere Geschichte…

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