Geburtstagsfeier

Rubrik:  Erlebt  ·  Autor:  Zappelfillip20. Mai 2006, 11:05 Uhr

Letzte Nacht war ich auf einer sehr illustren, unterhaltsamen Geburtstagfeier. Und das kam so: Vor einigen Wochen oder vielleicht noch etwas länger fiel mir auf der Suche nach Beschäftigung in München ein, dass ja meine Schwester auch seit einigen Jahren hier wohnt… also in Dachau, was ja bekanntermaßen etwas nördlich liegt. Aber ihr Arbeitsstelle ist lustigerweise relativ in der Nähe meiner Behausung. Eigentlich grotest, dass ich nun schon fast ein dreiviertel Jahr hier bin und es seither nicht schaffte, sie mal zu besuchen bzw. sonstwie intensiveren Kontakt zu haben. Zugegebenermaßen hatte ich auch gar nicht daran gedacht, dass es auch sie hierher in den Süden verschlagen hat. Für den werten Lesenden mag das nun sehr befremdlich klingen, denn was muss das für eine Familie sein, in der man seine eigene Schwester vergisst. Nunja… Also eigentlich ist sie nicht meine „wirkliche“ Schwester – wir sind nicht blutsverwandt… haben als weder gemeinsame Mutter noch Vater. Aber da wir 11 Jahre zusammen aufgewachsen sind, nämlich die Zeit, in der ihre Mutter und mein Väterchen quasi… undsoweiterundsofort. Jedenfalls bezeichnen wir uns weiterhin vor der Außenwelt als Geschwister, da wir es ja tatsächlich 11 der prägendsten Kinder- und Jugendjahre waren. Nichtsdestotrotz war unser Kontakt in letzter Zeit ein wenig eingeschlafen, was die Umstände vielleicht ein wenig erklärt.

Nunja jedenfalls habe ich sie vor ein paar Wochen zu ihrem Geburtstag mal angerufen und sie hat mich dabei prompt zu einer kleinen Feierlichkeit, die nun gestern stattfand, eingeladen. Natürlich hab’ ich zugesagt. Zum einen, weil wir uns eben schon eine ganze Weile nicht mehr gesehen haben und zweitens ist sie ja doch etwas Vertrautes in meinem Leben und München. Und wer weiß, vielleicht lässt sich der Kontakt wieder etwas vertiefen. Sie ist schließlich schon deutlich länger als ich hier in München und kann mir sicher einiges zeigen. Ein gemeinamer Besuch von „Kino, Mond und Sterne“, einem Freituftkino im Münchner Westpark, ist schon eingeplant. Da waren wir vor 3 Jahren schon einmal… „Schu des Manitu“…

Also lange Rede kurzer Sinn, gestern war ich nun also in Dachau bei ihr. Zu meiner großen Freude hatte sich auch Brüderchen mit Freundin aus Nürrnberch angekündigt (Brüderchen ist übrigens „ganz richtiger“ Bruder). Ich war natürlich wiedermal der letzte. Kam erst nach 20 Uhr – habe aber gestern auch wieder bis 8 gearbeitet. Übrigens schonne widder 55h-Woche. Hab mal ausgerechnet, wieviel ich (seit ich in der Firma bin) so wöchentlich arbeite. Kam im Schnitt auf 48,6h. *buhääääääää* Naja egal – darum geht’s ja gar nicht. Ich war jedenfalls der letzte der eintraf – zumindest von außerhalb. Zuerst einmal muss ich sagen, ich bin neidisch auf die Wohnung. Zwar relativ niedrige Decken aber immerhin 50 qm groß und gerade mal hundert Euro mehr Miete als ich für mein 22 qm-Zimmer bezahle. *grummel*. Und schöne Möbel konnte sie von der Vormieterin auch noch zum Spottpreis übernehmen. Ein echter Glücksgriff! Wenn ich es nur hoffentlich ähnlich treffe dann… Einziger Nachteil: in diesem Haus wohnen nur Polizisten. Also mir wäre das ja gar nix ;) Aber da meine Schwester selbst dieser Zunft angehört, mag das schon gehen… Nein Quatsch! Sind schon nett die Leute, und nicht jeder kann was für seine Berufswahl :mrgreen:

Neben besagten Damen und Herren waren auch noch ein paar weitere Leute aus unserer alten Heimat anwesend, z.B. eine alte Klassenkameradin von meiner Schwester und Brüderchen (ja sie sind gleichalt und daher zusammen in einer Klasse gewesen). Kannte sie auch so ein wenig, wohnte nämlich auch in unserer Straße. Der peinlichste Moment des Abends? Als diese mir sagte, dass ich in der zweiten oder dritten Klasse mal meine Hose vor ihr heruntergelassen habe. Wie bitte!? Das sind doch wohl Märchen! Ehrlich! Ich kann mich nicht erinnern! Ich bin kein Kindersexgangster. In dem Alter habe ich noch nicht einmal Hosen getragen! Wasche meine Hände in Unschuld. Bin trotzdem etwas rot geworden. Faaaaalls doch, hatte ich bestimmt nur meinen Gürtel vergessen. Doch doch…

Weitere Erkenntnis: Ich muss mir wohl ’ne Italienerin suchen. Kurioserweise hat nämlich meine Schwester seit Sommer letzten Jahres einen Italiener zum Freund – waschechter Neapolitaner. Dieser war ebenfalls anwesend gestern und die Kommunikation fand in einer sehr lustigen Mischung aus Deutsch und Englisch statt. In schwierigen Fällen konnten wir aber auch auf eine Italienerin zurückgreifen, denn – und das ist das Kuriose – auch mein Brüderchen ist seit viiiieeeelen Jahren mit der wohl süüüüßesten Italienerin sizilianischen Ursprungs zusammen. Dass sie den gleich Namen wie der im April gefasste, 40 Jahre auf der Flucht gewesene Bernardo Provenzano trägt, deklariere ich hiermit ausdrücklich als Zufall! ;) Sie ist allerdings seit Eeeeewigkeiten schon in Deutschland, weshalb da ein wundervoll fränkischer Dialekt im Deutschen da ist. Aber nichtsdestotrotz konnte sie sich sehr angeregt in ihrer Muttersprache mit Schwesterchens Freund unterhalten. Und was soll ich sagen!? Eine wundervolle Sprache. Wenn sie sich unterhalten, klingt das immer nach Restaurante und Pizza bestellen. In jedem zweiten Wort (wobei es schier unmöglich ist, in dieser flüssigen Sprache Wortgrenzen zu erkennen) erkannte ich neue Pizzasorten. Herrlich! Sogar wörtlich übersetzt „Pizza $Fäkalwort“ klingt super. Ich kann kein Italienisch aber die würde ich sofort bestellen, wenn ich es auf der Karte lesen würde. Natürlich nur solange ich nicht weiß, wasses heißt. Egal…

Fazits des Abends:

  • Nun bin ich an der Reihe mit Italienerin. Bewerbungen bitte an bekannte Mailadresse! :mrgreen:
  • Neuen Gürtel kaufen!
  • Nicht zwangsläufig nur Ärzte und Piloten sind Berufgruppen mit gelegentlichem Alkoholproblem ;)
  • Ich liebe meine Familie

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ein Kommentar    ·    hier schreiben
  1. Kommentar: Brüderchen am 20.05.2006, 16:26 Uhr

    War superwitzig. Hat noch ne Weile gedauert bis ich mich hinlegen konnte.
    Ein Hoch auf den Wurzelpeter

    8) 8)

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