Der Sleepontrain

Rubrik:  Gegrinst  ·  Autor:  Zappelfillip22. Mai 2006, 22:05 Uhr

Homosexualität im ganzer GrößeIch kenne da so jemanden… ich… ich hab’ da quasi einen Kumpel, der… also der heißt… äähm… T… To… rsten… genau! Der heißt Torsten! Ist einer meiner besten Kumpels – wir kennen uns schon sehr lange. Hängen sozusagen die meiste Zeit zusammen. Und dieser Torsten, müsst ihr wissen, ist überhaupt kein Weichei… und auch in keinster Weise ein Muttersöhnchen oder ein verbimbelter Spülhandschuhträger… ebensowenig ein Hörnchen-Tunker oder gar Liebesfilm-Weiner. Naja zumindest nicht offiziell… höchstens heimlich… vielleicht… kann ich mir aber… neeeeeeee…
Jedenfalls dieser To…rsten ist ein richtiger Mann – kein Seerosengießer oder so! Der kauft z. B. alle seine Klamotten schon seit Jahren selbst. Egal ob Schlüpfer, Kniestrümpfe, Nikkis oder Westover – das kauft er alles selbst. Sucht selbst aus, probiert an, dreht sich vorm Spiegel in der Umkleidekabine, schimpft über zu kurze Hosenbeine, zu weite Feinripp-Unterhemden, entscheidet sich um und kauft letztenendes doch wieder etwas, was sich danach als viel zu klein rausstellt. Entweder spannt das Shirt mehr über den breiten Schultern als ein 13-Jähriger durchs Fenster im Mädchenklo oder die Jeans kneift doller im Schritt als Edi Stoiber vor Berlin. Aber trotzdem lässt er es sich nicht nehmen, selbst einzukaufen. Macht ja auch Spaß… irgendwie… nicht nur ihm, sondern meistens auch der Begleitung… Weil er irgendwie immer was findet… i-r-g-e-n-d-w-a-s passt immer. Jaja der Torsten – das ist ein Mann…

Naja aber trotzdem hab’ i… hat der Torsten ein Problem. Nämlich eine ältere Dame – im Volksmund Oma genannt – der es einfach dann und wann ein Bedürfnis ist, dem in ihren Augen immer noch kleinen Torsti ein gutgemeintes Textilgeschenk zu machen. Leider aber eben nicht nur ausschließlich zu Festivitäten wie Weihnachten oder Geburtstag, sondern auch immer wieder gern offensichtlich grundlos zu jeder beliebigen Zeit im Jahr. Ich meine, gerade in Hinblick auf eine Feierlichkeit hat man ja doch die Zeit, sich seelisch und moralisch auf eine solche Schenkung vorzubereiten. Aber wenn es dich… also den Torsten dann plötzlich mitten im Jahr wie aus heiterem Himmel trifft… setzt ihr da mal schnell ein Lächeln auf und fahrt in Echtzeit den Freusimulator hoch, um die ältere Dame nicht zu enttäuschen. Aber er macht es trotzdem immer wieder gern. Und meistens hat er ja auch Glück – dann isses eben doch einfach nur das fümmunfümmfzigste Paar schwarze Socken oder ein frischer Schlüpfer. So ein ganz normaler, denn Boxershorts mag er nicht… da is’ das alles so ungebändigt und ungezügelt – das is nix!

UiuiuiNunja, aber manchmal kommt es eben auch vor und die ältere Dame hatte eine – natürlich in ihren Augen – gute Idee und hat dem gar nicht mehr so kleinen Torsti einen… na?… ihr glaubt es nicht!… einen Schlafanzug gekauft. Der Torsti schläft nämlich, ganz im Gegensatz zum scheinbaren Trend in der ach so harten Männerwelt zumindest in den kälteren Jahreszeiten mit einem solchen langärmeligen und -hoseligen Schlafgewand. Aber nicht, weil er das ganz unfassbar sexy und hööööchsterotisch findet, sondern weil er erstens so ähnlich dürre ist wie ich und zweitens seine Körpertemperatur des nächtens beim süßen Träumen rapide abfällt und er daher recht schnell friert. Und dann wird er munter und das ist auch nicht schön… also hat er erzählt… ich schlafe ja nicht mit ihm… quasi…

Aber wie es der Zufall und die unmöglichen Körpermaße und -formen des Torstis so wollen, ist dieser Sleepontrain (engl. Schlafanzug) natürlich viiiieeeel zu groß und viiieeeel zu weit. Und das Ding hat einen oben sehr weit offenen Kragen… da zieht es rein… das wärmt nicht schön… und überhaupt: die Hose ist viel zu weit und hält gar nicht auf dem Mogli… kleinen Hintern… rutscht immer runter. Kanner gleich nackt schlafen. Dies alles zusammen wären herrliche Argumente für dem Torsti seine Oma, das Gewand wieder zurückzubringen. Aber nicht so mit dem Torsti seiner Oma! Die weiß sofort Rat! Natürlich hat sie schwuppdiwupp eine Schneiderin zur Hand, die erstens die Hose enger macht, damit sie auf den schmalen Hüften hält und zweitens einfach ritschratsch ein neues Knopfloch hinmacht, wo es vorher keines gab und fertig ist der tolle neue Schlafanzug. Da freut sich der Torsti aber. Jetzt hat er endlich einen extrem homosexuell aussehenden gepunkteten Schlafanzug, der im Satänglook mehr glänzt als eine Speckschwarte in der Sonne – is aber nur Look – is nicht echt. Der passt zwar jetzt hervorragend am Arsch und auch oben am Kragen geht er nun minimal weiter zu, aber dasser eigentlich für einen Mann – ob homosexuell oder nicht – mindestens dreifacher Körpermasse und -umfang gedacht ist, lässt sich einfach auch weiterhin nicht kaschieren. Der Kragen ist immernoch viel zu weit, das zarte Brusthaar lugt oben raus und ab Schultern abwärts sieht das Ding einfach aus wie ein Sack Frühkartoffeln… im Satänglook… Forchba! Aber die ältliche Dame freut sich und eigentlich zählt nur das! Und heimlich kann der Torsten das Ding ja ab und an mal anziehen… immer auf der Hut, ihn möglichst schnell im Bettkasten verschwinden zu lassen, wenn doch mal weiblicher Besuch kommt. Aber da müsste er dann auch gleich seine Nikkis, Kniestrümpfe und Westover verbrennen… ach was zählt schon aussehen…

PS: Da der Torsten keinesfalls auf den Bilder erkannt werden will, hab ich mal das Gesicht unkenntlich gemacht. Soviel Privatsphäre muss einfach sein. Ich versteht das schon…

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