O und X

Rubrik:  Abenteuer München  ·  Autor:  Zappelfillip29. Mai 2006, 23:05 Uhr

Olá liebe Freunde der leichten Guten-Abend-Unterhaltung! Heute wird’s hier mal richtig anspruchsvoll… also vergleichsweise… Der Meister des Drumherumredens, des von-hinten-durch-die-Brust-ins-Auge-Bloggens – der ungeschlagene vom-Hundertstel-ins-Tausendstel-Kommer gibt jetzt und sogleich mal wieder eine kleine Demonstration seines Könnens. ;) Ich erwarte – ohne jegliche Bescheidenheit – aufgerissene Augen, in Ehrfurcht und Staunen offenstehende Münder und am Ende einen tosenden Applaus. :mrgreen: Dafür sage ich auch jetzt schonmal Danke! :roll:

»Was wird Ziel dieser Lektion sein«, fragt Ihr Euch vermutlich zurecht. Nunja – ich werde anhand einer kleinen selbsterlebten Geschichte zeigen, wie man von einem tagesaktuellen, die Medienwelt beherrschenden Thema zu einer anderen unwichtigen, in offensichtlich keiner Beziehung dazu stehenden Thematik gelangen kann. Und das mit möglichst vielen Worten – so wie Ihr es von mir gewohnt seid :D Also haltet Zettel und Stift bereit! Es gibt nämlich etwas für die Zukunft zu lernen. Und nun geht’s auch schon los…

*schnipp*

Also was könnte jenes, die Welt in Atem haltende, den Globus umspannende Thema in diesen Tagen sein? Nein, nicht der bevorstehende Irankrieg! Auch nicht die möglicherweise 5000 Erdbebentoten auf der Insel Java. Es ist… na wer hat’s schon?… is nich’ wirklich schwer zu erraten… es ist das unfassbarste Sackgängerthema seit mindestens einem Jahr, der Grund warum ich mittlerweile meine morgendliche Nussnougatcreme aus einem Fußball essen muss und warum sogar Dildos pseudohumoristisch beworben werden. Eigentlich wundert es mich, dass nicht auch chlorfrei gebleichtes Toilettenpapier mit der WM beworben wird. Schließlich könnte dies ausgerollt die wohl längste Grundlinie der Welt sein. Und mit dem ganz neuen 4-lagigen kann man dann sogar, wenn fein säuberlich aufgetrennt und auseinandergefriemelt, ein komplettes Fußballfeld belegen. Genau das Richtige, um den ganzen Mist vom Platz zu putzen. Aber ich schweife schon wieder ab… Also das Megahyperthema dieser Tage ist der Fußball mit der dranbammelnden Weltmeisterschaft, richtig! Und was bringt eben diese Sportart so mit sich? Jawoll! Auch richtig: Fußballer… Und die wiederrum haben Fußballerbeine – logisch! Jeder von uns weiß ja, dass diese nicht nur durch unheimlich stramme „Wadln“, wie der Bayer sagen würde, gekennzeichnet sind, sondern auch durch eine ganz ungewöhnlich Form. Die berühmt-berüchtigten Fußballerbeine stechen besonders durch ihre nach außen gebogene Form hervor – eben sogenannte O-Beine. Geschlossene Beine, durch die man problemlos ein 50l-Fässchen feinsten Hopfensaftes schieben könnte, Beine die einen Pferdekörper umklappern können wie sonst nur Titten-Tatti ihren Ficki-Foffi… Eigentlich kein schöner Anblick, aber das bringt der Sport nunmal so mit sich. Da müssen wir in 11 Tagen alle durch… also außer mir… ich guck‘ mir den Mist nich’ an…

So, O-Beine sind ja nun nur das eine Extrem. Am anderen Ende der Bein-Buchstaben-Skala gibt es ja bekanntlich noch die X-Beine. Mit steigenden Temperaturen und parallel dazu sinkenden Rock- bzw. Hosenbeinlängen bekommen wir sie in unseren Fußgängerzonen immer häufiger zu sehen. Seien es nun echte X-Beine, die diese Form angenommen haben, weil sie unter einer schier unglaublichen Körperlast auf dem Weg vom Burger King zum nächsten McDonalds einzuknicken drohen oder einfach nur, weil der oder die BesitzerIn ein wenig „über den großen Onkel“ läuft.

*schnipp*

Na habt ihr die ersten zarten, subtilen Schwenker bemerkt? Wie ich für den Leser quasi nicht spürbar von der WM über den Fußballer und seine O-Beine durch Antonymbildung bei X-Beinen gelandet bin? Sicher nicht jeder. Aber macht Euch nix draus! Hab’s ja auch klasse gemacht ;) Normalerweise würde ich jetzt auch ganz normal weitergeschrieben. Da dies ja aber eine Lektion in Sachen Laberismus und heimlicher Überleitung sein soll, mache ich euch absichtlich darauf aufmerksam, dass ich wieder weiterschwenke. Diesmal aber nicht durch Bildung eines Gegensatzes (O-Beine < -> X-Beine), sondern durch… hmm… ja also… weiterspinnen quasi… oder nunja… Parallelverschiebung könnte man es nennen. Ich nehme eine Äußerung, ein Thema, einen Umstand und transferiere ihn in ein anderes Gebiet. Also aufgepasst – es geht weiter!

*schnipp*

X-Bein-StelleApropos X-Beine! Gestern auf dem Weg zum Einnehmen eines gepflegten Mittagessens haben der Rick und ich ebenfalls ein paar X-Beine gesehen – allerdings gaaaanz anderer Natur. Wir überquerten da gerade so friedlich und ein Liedchen auf den Lippen am Platz der Freiheit die Landshuter Allee als wir etwas verdattert ein Auto sahen, welches fast mitten auf der Kreuzung, zumindest aber mal im Kreuzungsbereich stehenblieb. Im staugeplagten München eigentlich nicht soooo ungewöhnlich, schließlich muss man beim Überqueren von Fußgängerampeln schon manchmal um Fahrzeuge herumzirkeln. Aber diesmal war es nur dieser eine Wagen. Als wir näher kamen, der Fahrer war gerade ausgestiegen und umkreiste mit großem :?: über dem Kopf seinen Wagen, wurden wir auch schon des Problems gewahr. Da war doch tatsächlich das rechte Vorderrad abgerissen (ich vermute an der Spurstange) und stand vollkommen quer zur Fahrtrichtung. Unklar! Ich frage mich, wie sowas an dieser Stelle passieren kann. Denn es war weder ein anderes Auto involviert noch war er vor eine Bordsteinkante oder ähnliches gefahren. Das muss wirklich aus heiterem Himmel passiert sein. Es war übrigens ein Renault 19 und aus früheren Zeiten weiß ich noch, dass zumindest der Clio was Räder anging, nicht wirklich unempfindlich war. Radlager konnte man quasi in jährlichem Rhythmus wechseln. Weiß aber nicht, ob der Renault 19 da womöglich noch anfälliger ist. Vielleicht hat sich aber auch eine Schraube gelöst oder es wurde vergessen, eine Schraube ordentlich anzuziehen. Festzuhalten bleibt aber in jedem Fall: dies ist extrem gefährlich! Passiert ist es glücklicherweise in einer langsamen Kurve. Was wäre aber auf der Autobahn in deutlich dreistelligem Geschwindigkeitsbereich passiert? Dann war’s das wohl mit dem Renault und Fahrer…

Renault X-BeineEin kleines Schmunzeln konnten wir uns dann aber doch nicht verkneifen, als wir beim weiteren Überqueren der Straße direkt vor dem Wagen vorbeikamen. Die beiden Vorderräder standen in vollkommen verschiedene Richtungen und das sah tatsächlich ein wenig wie X-Beine unter dickem Körper aus. Glücklicherweise hat man ja immer sein Handy dabei, um dies festzuhalten… also Rick hatte – ich hatte nicht… Aber macht ja nix… einer muss ja nur…

*schnipp*

Soooooo – da wäre ich auch schon am Ende mit meiner kleinen Geschichte. Ging doch fix, oder!? Hab’sch das nicht wieder herrlich gemacht? Einen riesigen Aufsatz vorneweg, um diesen am Ende mit ein paar Zeilen in eine völlig belanglose Geschichte gipfeln zu lassen :mrgreen: Köhler, 1, setzen!

Diesen Artikel bookmarken:

Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • Digg
  • del.icio.us
  • Technorati
  • Furl
  • StumbleUpon
  • Reddit
  • Webnews
  • MisterWong
  • Y!GG
  • Spurl
  • Bloglines
  • Google Bookmarks

5 Kommentare    ·    hier schreiben
  1. Kommentar: MBBB am 30.05.2006, 12:07 Uhr

    Bin echt beeindruckt, tstststs…. Das Wort Antonym hatte ich vorher noch nie gehört. Gibts aber wirklich, das hat mir eins von meinen dicken Wörterbüchern bestätigt. Weißt du übrigens, welches die !?zwei einzigen?! Fremdwörter sind, die eine Blondine kennt?
    Fiktiv und Manifest

    (8) :roll: :oops:

  2. Kommentar: Fa am 30.05.2006, 14:54 Uhr

    Hey, tut mir leid, aber mit deiner Art von Humor kann ich leider nicht viel anfangen ;-) sorry

  3. Kommentar: Brüderchen am 30.05.2006, 14:59 Uhr

    tja, so ist das Leben …

  4. Kommentar: rick am 30.05.2006, 19:10 Uhr

    Sehr lustig, finde ich! Ja doch, wäre es mein Auto gewesen, müßte ich mit Ihm wütend sein. Aber so ist es nicht meiner! lach :D

    Ein wirklich sehr amüsanter Abschluß meiner schönen Tage in München.

    P.S. lieber Fa „Mir kommen die Tränen!“ War wohl Deiner ?

    AHOI RICK

  5. Kommentar: Zappelfillip am 30.05.2006, 19:27 Uhr

    @ Fa

    Ach das macht gar nix. Da bist Du mit Sicherheit nicht allein. Und stell Dir nur mal vor, jeder würde sich bei meinen Artikeln immer vor Lachen den Bauch halten… ich hätte ja Pagerank 10 und wäre wohl mittlerweile Weltkaiser. Aber so wird das nix. Kamma nix machen…

Kommentar schreiben:

 Vorschau 

powered by Wordpress
 Anmelden