Meine Armeezeit

Rubrik:  Erlebt  ·  Autor:  Zappelfillip8. Juni 2006, 22:06 Uhr

Uniformvorführung zuhauseDas was hier so mit leicht grenzdebilem Blick aus der Wäsche schaut, ist weder Saddam Hussein, der aus seinem Erdloch grinst, noch Abu Mussab al-Sarkawi, der der amerikanischen Rakete entgegenstrahlt. Nein das bin ich – während meiner Grundausbildung bei der Uniformvorführung daheeme! Ich war ja früher… also vor gaaanz langer Zeit auch mal bei der Armee. Glücklicherweise war ich damals noch recht jung, schließlich bin ich direkt nach dem Abi 1995 eingezogen worden (im Oktober – die letzten Sommerferien habe ich nochmal mitgenommen) und hatte gerade erst 19 Lenze auf dem Buckel. Mit „Glück“ meine ich in diesem Zusammenhang, dass meine Vorgesetzten alle älter waren als ich. Teilweise nicht viel aber immerhin… Ich stelle es mir nämlich schwierig vor, Befehle von jemandem zu empfangen, der jünger ist als man selbst. Irgendwie geht da bei mir ’ne Klappe runter. Freilich, im Job als Arbeitnehmer hat man auch Anweisungen vom Chef zu befolgen und unter Umständen ist der auch jünger als man selbst. Aber dennoch ist es nicht das Gleiche wie Befehle beim Militär zu empfangen. Da kann man einfach nix dagegen tun. Im Job könnte man immernoch Zunge rausstrecken und kündigen. Hätte ich damit während meiner Grundwehrdienstzeit gedroht, wären wohl zusätzliche 100 Liegestütze und dreimal Sturmbahn fällig gewesen ;) Aber das hab’ ich mir erspart. Waren ja eh nicht jünger als ich… glaube ich…

In meiner Grundausbildungen hatten wir damals auch einen unter uns (Namen vergessen), der 27 Jahre alt war und gerade sein Studium beendet hatte. Für ihn war es schon ziemlich hart, dass fast alle einfachen Ausbilder – also die Uffze und Stuffze – jünger waren als er, ihn rumkommandieren konnten, sich erstens gerne aufspielten und zweitens allesamt ziemlich einfach und dumm im Kopf waren. Klassische Machtausnutzung! Naja gibt’s immer wieder… Aber er hatte den Mut, auch immermal wieder Kontra zu geben. Hab’ ihn ein wenig bewundert damals, denn ich hatte schon ziemlich Respekt. Mittlerweile muss ich darüber freilich lachen, denn größtenteils waren die Vorgesetzen aus heutiger Sicht lächerliche Gestalten. Aber damals… war ich eingeschüchtert. Und ich wollte meine Ruhe… Aber wenigstens konnte man sich hinter deren Rücken über ihre Namen lustig machen. Einer hieß doch tatsächlich Bösenecker. Daraus lies sich herrlich einfach ein böses, sexuell angehauchtes Wort bilden und fortan nannten wir ihn nur noch *ösenschlecker… tjaja die Zeiten waren hart und die Sprache rau – wir wurden Männer…

Nach meiner Grundausbildung (auf dem Foto oben bin ich übrigens in der Uniform der Grundausbildung zu sehen. Mann sah ich scheiße aus. Glücklicherweise habe ich irgendwann noch gelernt, wie man das Barett cool aufsetzt und nach der Grundi bekamen wir dann auch die schicke Flecktarn-Uniform), welche irgendwie so‘n knappes viertel Jahr dauerte und dummerweise im kalten Herbst stattfand (im November am allerfrühesten Morgen nach einer Nacht auf Moos im Freien schlafend mit freiem Oberkörper und kaltem Wasser waschen, ist alles andere als angenehm), wurde es dann aber schön ruhig. Eigentlich sollte ich ja im Kampfmittelräumzug eingesetzt werden, aber mein neuer Spieß entschied dann, mich (und ein paar andere Kameraden mit Abi) als Innendienstsoldat im Geschäftszimmer der Kompanie – genauer beim Kompanietruppführer einzusetzen. Da hatte ich das erste mal Glück, schonmal vor einem PC gesessen zu haben. Denn die ursprünglich vorgesehenen Soldaten mussten nun an meiner Stelle in den Kampfmittelräumzug. Aber letztenendes waren sie doch ganz froh, denn Sesselpuperismus war nix für sie. Für mich dafür umso mehr. Als Kompanietruppsoldat war ich dafür zuständig, Dienstpläne zu schreiben, Sportabzeichen für die Soldaten zu beantragen, Papierkram für Beförderungen und Auszeichnungen (z.B. Schützenschnüre) zu erledigen und ich hatte die Feldausrüstung der Kompanieführung zu verwalten. Glücklicherweise hatte ich auch zwei, drei nette andere Kameraden um mich, was die Arbeit noch etwas leichter machte. So manches mal habe ich mich mit Mounty (dies war sein Spitzname, den er von mir verpasst bekam, denn sein Nachname war Bergmann) ins Mannschaftheim geschmuggelt und haben erstmal schön gefrühstückt. Außerdem hing da so ein kleiner Glücksspielautomat. Da konnte man Geld einwerfen, Karten schieben und mit etwas Glück gewann man dann auch… kein Geld, nein nur eine Chance weiterzuspielen. Jaja so habe ich in 10 Pfennigschritten meinen Sold verzockt…
Wie wir dahin kamen? Nunja ich hatte eben einen Gang ins Bataillonsgebäude zu erledigen und der Mounty… ach dem fiel auch immer was ein…

Eigentlich hatte ich einen ziemlichen Lenz nach der Grundausbildung. Die Einteilung der UvDs (Wachdienste) oblag uns Gezi-Soldaten – insofern hab ich zugegebenermaßen recht selten diesen Dienst übernehmen müssen. Auch eine Art Machtausnutzung ;)
Ebenfalls vor Übungen im Freien konnte ich mich – nicht ganz ohne kleine Tricks und Betrügereien – erfolgreich drücken. Aber das erzähle ich beim nächsten mal. Nur soviel: ich war durchaus einfallsreich und destruktiv. Nur einmal war mir das Glück nicht beschieden. Ich musste leider beim Steigerwaldmarsch teilnehmen. Das war ganz schön heftig. Da hieß es Fußmarsch! Über 80 Kilometer in 3 Tagen… mit vollem Gepäck und Gewehr… Ich glaube, mein Arm hat noch nie in meinem Leben soviel geschlafen wie in dieser Zeit. Der schwere Rucksack drückte nämlich ständig einen Nerv auf der Schulter ein. Je nachdem wie ich ihn zurechtrückte, konnte ich zwischen starken stechenden Schmerzen und einem gefühllos herunterbammelndem Arm wählen. Ich entschied mich meistens für letzteres. Onanie war im Feldzelt eh nicht möglich. :mrgreen: Außerdem hatte man mir während der Waffenausbildung beigebracht, dass mein G3 (Gewehr) für sehr lange Zeit die „einzige Muschi“ sein würde, die ich zu sehen kriege. Das war aber gelogen! Nur 3 Tage später, am Wochenende, war ich wieder zuhause bei meiner Freundin und Masturbation unnötig. Ich glaube, da hatte wohl der Stuffz Truskava nur zu oft „Full Metal Jacket“ gesehen und wollte mal was toll Cooles sagen.

So und nun noch ein kleines amüsantes Video. Damals… also vor gaaanz langer Zeit gab es außer bei den Sanis und ein paar wenigen Ausnahmen noch keine Frauen bei der Bundeswehr. Heute is das ja bekanntlich anders. Nun dürfen die überall mitspielen. Besonders beliebt ist dabei wohl die Karriere des Offiziers. Und dabei ist natürlich auch Sport und Einzelkämpferlehrgang angesagt. Die folgende Dame muss da aber noch etwas an sich arbeiten. Das kleine Moppelchen kommt ja ganz schön aus der Puste, ist ziemlich unbeholfen aber hat wenigstens zwei echte Kavaliere zur Seite. Mit Armee hat das aber irgendwie nicht mehr viel zu tun.

[via]

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2 Kommentare    ·    hier schreiben
  1. Kommentar: rick am 8.06.2006, 23:30 Uhr

    Das foto, nee is das nich Geil!

    So habsch noch nie gefeiert, vor lachen!!!!!!!!!

    Ische lech mich hin!

    Rick :mrgreen:

  2. Kommentar: Brüderchen am 8.06.2006, 23:36 Uhr

    Isch krisch de Fregge! :D

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