Angepullert

Rubrik:  Erlebt  ·  Autor:  Zappelfillip11. Juni 2006, 23:06 Uhr

Ich bin ja wirklich vielen Dingen sehr aufgeschlossen, aber heute hat’s mir echt gereicht. Zumindest hier in München, aber wahrscheinlich in ganz WM-Land überhaupt, war ja wunderschönes Wetter. Schönster Sonnenschein, wenn auch noch nicht soooo richtig sommerlich warm – ich will es heiß. Naja jedenfalls beschloss ich, nach Ende des Formel 1-Rennens in Silverstone (welche mich bekanntermaßen deutlich mehr interessiert als das Balldingens) meinen noch immer winterlich blassen Körper in die Sonne zu tragen. Ein kurzes Mittag (nach 16 Uhr) im Fastfood-Restaurant meines Vertrauens eingenommen und mit einem McFlurry (warum bitteschön gibt es kein Bounty mehr? Nun muss ich immer irgendwas von den anderen ungeliebten Sachen nehmen) in den Münchner Untergrund – sprich U-Bahn – hinabgestiegen. Kurzes Umsteigen am Sendlinger Tor und weiter bis zur Haltestelle „Westpark“. Ja und das war auch mein Ziel: erstmalig wollte bzw. habe ich mir eben genannten Park angeschaut. Ich weiß, ich war vor knapp 3 Jahren schonmal dort, nämlich zum Open-Air-Kino „Kino, Mond und Sterne“ („Schuh des Manitu“ gesehen), aber da war es erstens schon dunkel (logisch!) und außerdem eben nix vom eigentlich Park gesehen.

Ich war ein wenig erschrocken heute, denn nach Ankunft wurde ich gewahr, dass dieser Park ja unfassbar hoffnungslos überlaufen ist. Geschätzte 3 Milliarden Leute hatten sich dort breitgemacht – alles dabei: von Decken, Picknickkorb, über Campingtische und Stühle bis Grills. Und natürlich wurde überall Fußball gespielt. Nix für mich! Also schnell weiter… Ich beschloss dann, mich mit meinem Rucksack und MP3-Player auf die Wiese in die Sonne zu platzen – gar nicht so einfach, erstens ein freies und zweitens unbespieltes Plätzchen zu finden. Zuerst setzte ich meinen Körper auf einer Parkbank ab, jedoch merkte ich da plötzlich, dass ganz viele kleine Krabbeltierchen in Form von Ameisen begannen, meine Schuhe zu besteigen. Also schnell die Flucht ergriffen. Dann fand ich doch noch eine Ecke rasierte… ehm… gemähte Wiese und ließ mich nieder. Rucksack unter den Kopf, MP3-Player an, Augen zu und gaaaanz leicht weggedöst. Und dann passierte es! Ich wurde völlig hemmungslos und ohne jede Vorwarnung gleich mehrfach angepullert. Schon wieder Ameisen! Unfassbar! Ich wurde attackiert ohne Ende. Selbst ein weiterer Ortswechsel brachte keine Besserung. Ich glaube, zu den 3 Milliarden Menschen heute im Park kamen weitere 73 Trillionen Killerameisen hinzu und alle hatten nur ein Ziel: mich anzuschiffen. Warum ich? Warum nicht auch die anderen 2.999.999.999 Leute da? Ich fühlte mich verfolgt… Wo auch immer ich hinkam – sie waren immer schon da. Das hatte was vom Grimm’schen Märchen mit Hase und Igel… UND DAS BRENNT! Ein ganz kurzes Kitzeln, nämlich wenn sie sich zur Pullerstelle vorrobben… aber man kann darauf gar nicht schnell genug reagieren, um den eigentlich Strullervorgang zu verhindern. Dafür haben für diese Dreistigkeit alle mit ihrem Leben bezahlt. Ich lass mich wohl anpieseln? Geht’s noch!? Naja… Vor allem stellt Euch vor, ich würde das machen. In‘ Park gehen und allen Ameisen auf‘n Kopp pieseln. Dann is das Jammern groß. Dann sind’se nur noch am Rudern und Luftschnappen. Nenene…

Habe dann entnervt aufgegeben – auch wegen des kühlen Windes – und beschlossen, den Heimweg per pedes anzutreten. Stadtplan hatte ich dabei und so habe ich mich durch die Großstadt heimgehangelt. Hat ganz gut geklappt – Mann halt – und am Ende standen 5,8 km auf der Uhr vom Westpark bis heeme. Also dann sogar noch ’ne schöne Wanderung gemacht…

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