Laith auf dem Tollwood

Rubrik:  Erlebt  ·  Autor:  Zappelfillip6. Juli 2006, 23:07 Uhr

Konzert Laith Al-Deen am 29.06.06 in MünchenHeute vor einer Woche, zu ziemlich genau dieser Zeit, war ich auf einem Konzert. Hab’ noch gar nicht drüber geschrieben, ist mir aufgefallen. Es war, wie ich auch im Vorhinein schon mehrfach geschrieben hatte, ein Konzert von Laith Al-Deen auf dem Sommer-Tollwood im Münchner Olympiapark. Genauer gesagt eines zusammen mit den Bananafishbones. Ziemlich kranker Typ, der Sänger, aber durchaus unterhaltsam. Ein, zwei Liedchen habe ich dann auch erkannt oder kamen mir zumindest bekannt vor. Vielleicht habt Ihr ja das hier auch schonmal irgendwo gehört.

Nach ‚ner knappen Stunde Bananafishbones wurde dann die Bühne für Laith umgebaut. Jaja, ich kann mir vorstellen, dass nun der ein oder andere Leser grinsen muss oder sich gar einen Kopfschüttler nicht verkneifen kann. Laith Al-Deen und seine Musik sind nun nicht unbedingt das, was man gemeinhin als „cool“ bezeichen würde. Vielmehr haftet ihm ja durchaus das Image eines Schmusepapstes an – also eher was für die Frauenwelt. 😉 Auch das Singen in deutscher Sprache ist ja auch noch nicht sooo lange salonfähig. Dennoch bekenne ich mich ganz offen und gern dazu, seine Musik zu lieben. Die Stimme ist unglaublich beeindruckend und auch wenn ich sonst nie auf Liedtexte höre – hier ist es anders. Gänsehaut vorprogrammiert…

Wie kam ich zu ihm und seiner Musik? Eigentlich über Umwege. Als ich 2000 (glaube ich zumindest) erstmals „Bilder von Dir“ im Radio hörte, war ich eher abgeneigt. Denn man muss wissen, dass dies ein Cover war bzw. ist. Das Original heißt „Everlasting Pictures“ von B-Zet (dem heutigen Produzententeam um Laith). Das Peinliche an diesem Cover war für mich allerdings zur damaligen Zeit, dass es sehr kurz – ein paar Monate – nach dem Original bereits veröffentlicht wurde. Normalerweise lässt man da ja mal ein paar Jahre ins Land ziehen – aber doch nicht so kurz danach. Naja aber das war’s dann auch schon wieder mit Laith… erstmal! Weitere Lieder wie „Kleine Helden“ und „Noch lange nicht genug“ bekam ich dann so nebenbei auch aus dem Radio mit ohne es wirklich bewusst wahrzunehmen. Richtig aufmerksam wurde ich dann erst durch meine damalige Freundin. Wir waren zu dieser Zeit schon viele Jahre zusammen – lange glücklich und dann doch in einer ziemlich tiefen Krise unserer Beziehung. Und dann kam Laith! Ich will nicht sagen, dass wir durch seine Musik wieder mehr zueinander gefunden hätten – das sicher nicht. Aber trotzdem war es etwas, das uns von da an sehr verbunden hat – begleitet in einer schweren Zeit. Unvergesslich sind die gemeinsamen Konzerte…

Das Problem an solchen Dingen ist nur immer, wenn das eine zuuu sehr mit dem anderen verbunden ist. Die Beziehung gibt es mittlerweile nicht mehr, die Musik ist aber immernoch tief mit ihr verbunden. Laith ist Sie, Sie ist Laith… Das hat aber auch für mich als jemand mit starker emotionaler Bindung zur Musik zur Folge, dass ich Laith nun zwangsläufig mit anderen Ohren höre. Es ist nicht mehr das gleiche wie damals. Nein ich finde sie nicht schlechter, aber es ist anders. Ich kann die Konzerte nicht mehr wirklich genießen, es fehlt eine Hälfte. Das hat sich auch mit den Jahren nicht geändert. Ich empfinde keine Atmosphäre wie früher mehr – es fehlt das Kribbeln. Mittlerweile komme ich ins Grübeln, ob ich mir überhaupt noch Konzerte anschauen soll. Ich bin doch irgendwie immer ein wenig enttäuscht. So auch diesmal: die Akustik in dem Zelt war ziemlich kacke, die Stimme – das eigentlich Wichtige an der Musik – viel zu leise. Es sind aber nicht nur die Konzerte. Auch das letzte Album („Die Frage wie“), das erste ohne Sie, weckt keine wirklichen Emotionen mehr in mir. Vielmehr weckt es beim Hören immer die Gefühle und Emotionen aus meiner Anfangszeit in München. Und die war nicht wirklich schön. Insofern höre ich es nur sehr selten und bleibe lieber bei den 3 (bzw. 4 mit Live-Album) vorhergehenden Alben…

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