Ehrlichkeit

Rubrik:  Erlebt  ·  Autor:  Zappelfillip11. Juli 2006, 10:07 Uhr

Ich ekle mich vor Spinnen. Nicht übermäßig und auch erst ab einer bestimmten Größe, aber immerhin. Glücklicherweise lähmt mich dieser Ekel allerdings nicht so sehr, dass ich mich ihrer nicht „entledigen“ könnte. Das ist auch gut so, denn schließlich ist man als Mann in einer Beziehung für die Spinnenvernichtung zuständig. Das erwarten die Frauen! Und dieser Erwartungshaltung bin ich immer souverän gerecht geworden. Mein Beschützerinstinkt ist letztlich größer als die Abscheu vor Krabbelgetier. Und ich war überzeugend. Zumindest immer dann, wenn ich den Staubsauger zuhilfe nehmen konnte. Mit der Hand und Küchenkrepp in selbiger zum Erquetschen kostete es dann schon etwas mehr Überwindung. Womöglich knacken die dann auch noch so. *bäääh* Aber was tut man nicht alles!

Die Fetten mit den kurzen Beinen sind übrigens deutlich widerlicher als die Kleinkörperigen mit langen, dünnen Beinen. Ein Exemplar der erstgenannten Klasse saß heute in der oberen Ecke meines geöffneten Bürofensters. Ich also auf den Schreibtisch gestiegen und wollte sie mit meinen Birkenstocklatschen und einem kräftigen Klatsch zu ’nem Freiflug 5 Etagen nach unten überreden. Ließ sie sich aber nicht. Stattdessen entschied sich die Memme, ihr Heil in meinem Büro zu suchen. Ich glaub, ich hab vor Schreck gequiekt wie ein Schwein. Glücklicherweise ist mein Schreibtisch richtig groß. Bei dem reflexartigen Sprung nach hinten hätte das auch leicht ins Auge gehen können. Dann hätte ich den Freiflug genossen… Es ist erstaunlich wie groß die Pickel meiner Gänsehaut sein können. Den Flug musste sie dann letztlich doch antreten, obwohl sie sich anfangs sehr gut versteckte… bzw. ich mich ihr nicht so ohne weitere nähern wollte. Womöglich war sie wütend ob meines Angriffes und würde mich bei nächster Gelegenheit anspringen. Für mich günstig landete sie jedoch in meinen Ablagekästen. Die habe ich einfach mit allem Inhalt aus dem Fenster gekippt.
Noch schlimmer ist übrigens Fliegeviehzeug. Einen zappelnden Falter zwischen meinen Fingern zu halten, ist so ziemlich das Grausligste überhaupt. Wie die zappeln… *würg* Ich werfe mich dann auch gerne mal auf den Boden, um ja nicht in Berührung mit den Flugtieren zu kommen. Bäääh… Erinnere mich da auch an einen Besuch einer lebenden Schmetterlingsausstellung auf der EGA in Erfurt. In dem tropischen Glaskasten war ich mehr damit beschäftigt, den Flattermännern auszuweichen als sie zu bewundern. Als mir dann auch noch gesagt wurde, einer säße auf meinem Rücken, bin ich gerannt und gesprungen wie ein junges Fohlen, um das Monster abzuschüttel. Nenene – nix für mich…

So und nun: Männer voran! Wovor ekelt ihr Euch? Mein Praktikant war übrigens auch furchtbar schnell an der Zimmertür als mein Schlag gegen die Spinne kläglich scheiterte 😉

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