Ausgesperrt

Rubrik:  Erlebt  ·  Autor:  Zappelfillip15. August 2006, 23:08 Uhr

Tom: rechts der Wohnungstür
Schlüssel: links der Wohnungstür
Wohnungstür: aaaaaaaaaaaaaaaahhh…

Ich sache Euch… ein Tag für die Kloschüssel – naja zumindest der Abend. Der Rest passt schon irgendwie! In München (nein nicht in ganz Bayern) war ja heute Feiertag… so ein Kirchendingens… hab ich’s ja nich’ so mit, aber die freien Tage nehm ich dann doch gern. Ich glaube, das ist auch der Grund, warum die Bayern noch so religiös sind: Wer verzichtet schon gern auf die vielen schönen Feiertage!? Insofern recht entspannend. Bis zum Abend…

Wiiiiiilma!!!Und dann kam’s knüppeldick. 19 Uhr hatte ich einen Wohnungsbesichtigungstermin (dazu in den nächsten Tagen mehr) und wie immer war ich viel zu spät dran. Also *huschhusch* schnell den Rucksack geschnappt, aus meinem WG-Zimmer gerannt, raus aus der Wohnung und Tür… hinter mir zufallen lassen. „Neiiiiin! Da war doch noch was!“
Genau und das lag noch in meinem Zimmer. Verdammt – das ist mir echt noch nie passiert. Wo ich doch immer nochmal in der Hosentasche fühle, ob der doofe Schlüssel auch wirklich am Mann ist. Nuja, heute nich‘… Oder besser gesagt erst zu spät! Und es half auch kein Hämmern, Wummern und Rütteln an der Tür, kein „Wiiiiiiilma!“-Brüllen im Hausflur – die Tür blieb verschlossen. WG-Mitbewohner in den Semesterferien…

Un‘nu? Tja wollte ich nicht auf den kalten Fliesen unter den Briefkästen nächtigen und vom Zeitungsjungen (war ich auch mal) geweckt werden, musste ich mir wohl was einfallen lassen. Aber erstmal weiter zur Wohnungsbesichtigung. Nützt ja nix. Das hat dann auch alles soweit geklappt. Ich war rechtzeitig… überpünktlich sogar. Und so blieb während des Wartens auf die Wohnungsbesichtigungsfrau noch die Möglichkeit, meinen aktuellen Vermieter anzurufen. Und ich erfuhr, dass er einen Ersatzschlüssel zu allen WG-Wohnungen besitzt. Puuuuuh. Nun musste ich nur noch mit U- und S-Bahn zu ihm fahren und selbigen abholen. Ha aber ich wäre ja wohl nicht Tom, wenn das alles dann plötzlich reibungslos funktioniert hätte. Nein nein, keinesfalls! Wo denkt Ihr hin!? Gleich zwei besondere Umstände ließen meinen Puls in den folgenden Stunden ungeahnte Höhen erreichen: einerseits vor Ärger und andererseit Schiss. Und das kam so: Dummerweise hatte sich mein Portmonee (neue Rechtschreibung) dazu entschlossen, den Abend gemeinsam mit dem absenten Schlüssel jenseits der Wohnungstür zu verbringen. Aufgrund dieses Techtelmechtels war ich jedoch dazu gezwungen, die lange Strecke mit der U2 und S7 bis zum Isartalbahnhof schwarz zu fahren. Und das war immerhin fast eine Stunde pro Strecke… gefühlt… Ich musste also die ganze Zeit hoffen, das nun nicht gerade jetzt ein Kontrolleur auftaucht. Die schlagen ja immer aus dem Hintergrund und unerbittlich zu. Punkt 2: bevor ich jedoch in diese Aufregung/Schisssituation geraten konnte, musste ich erstmal eeeeeeewig am Hauptbahnhof auf die S7 warten. Aufgrund von Baustellen fährt diese nämlich derzeit nur im 40-Minuten-Takt. Wuaaaaaa! Das hieß waaaaaaaarten…

ErsatzschlüsselNaja wenigstens wohnte mein Vermieter nicht so weit von der S-Bahn-Station entfernt, sodass ich schnell den Ersatzschlüssel in Empfang nehmen konnte. Leider blieb ich aber nicht davon verschont, auf die Zurückfahrbahn wieder mindestens eine halbe Stunde zu warten… Und die anschließende lange Fahrt war wieder schwarz… tiefschwarz… Ich geh‘ mal duschen…

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12 Kommentare    ·    hier schreiben
  1. Kommentar: Sara am 15.08.2006, 23:52 Uhr

    … und der Vorteil ist: Wenn du erstmal geduscht hast, bist du vielleicht auch nicht mehr ganz so schwarz… Wird ja abgewaschen. ;)

  2. Kommentar: Stefan am 16.08.2006, 00:38 Uhr

    .. bei uns zeigen die Schaffner im Zug für sowas gerne Verständniss, nur die Kontrolleure im Bus sind böse, gemein, hinterhältig und nicht schülerfreundlich :(

  3. Kommentar: wort-wahl am 16.08.2006, 01:51 Uhr

    schwarzfahren im mvv? sie sind ja nicht nur auf seltsame weise sexy – nein nein! sie sind auch noch auf subtile art ganz schön mutig! ;-)

    schön, sie wieder zu lesen, ich habe sie schon vermisst. =)

  4. Kommentar: >flo am 16.08.2006, 09:50 Uhr

    Hmmm… wer hat heute noch eine Wohnungstür, die aussen keine Türklinke hat?

  5. Kommentar: michl am 16.08.2006, 09:51 Uhr

    Nettes Gefühl – so der Augenblick der Erkenntnis, gelle? ;)

    Mir ist das mal 2 Tage, nach dem in unserem Haus sämtliche Wohnungstüren durch Sicherheitstüren ( verstärkter Rahmen, verstärktes Blatt, verstärkte Schloss ) ersetzt wurden, passiert. Und da mein Schlüssel innen steckte, war ein Reserveschlüssel auch zwecklos.

    Der Schlüsseldienst hatte die Tür aber mit Hilfe eines Drahtes innerhalb von 5 Sekunden wieder auf – soviel zum Thema Sicherheitstüren…

  6. Pingback: Brüderschaft « Gedankenkreisen am 16.08.2006, 10:01 Uhr

    […] Das der Zappelfillip und ich verwandt sind, ist hinreichend bekannt. Allerdings ist folgendes fast ein bissi unheimlich. Gestern hat sich der Zappler nämlich, um ne Wohnung zu besichtigen, aus dem Haus getraut. Allerdings gabs da Komplikationen, da er sich klassisch ausgeschlossen hat. Jetzt das Urkomische … Ich auch! Ich hab gestern Paketpost annehmen wollen. Also schnell die Tür auf und nen Schuh davor gestellt, damit sie net zufällt. Das war allerdings der große Fehler, da die Tür sehr schwer ist und einen handelsüblichen Sneakerschuh einfach beiseite drückt und doch zufällt. Dieses “Klick” habe ich vernommen, als ich gerade meine Unterschrift in dieses kleine, elektronische Gerät kritzelte. Mit den Worten “Jetzt hab ich verkackt” teilte ich mein Schicksal auch dem Mann von der Post mit, den das allerdings nicht sonderlich interessierte. So stand ich da in Jogginghose, ungeduscht, die Haare verwurschtelt und unrasiert in dem Hausflur rum. In so kleinen Schreckensmomenten durchflutet einen so ein seltsames Gefühl. Ich liebe das! Ich hatte noch 2 Stunden Zeit bevor mein Spätdienst losging. Meine erste Idee war ja Schlüsseldienst, allerdings ließ mich der Gedanke an die enstehenden Kosten eine andere Option suchen. Also erstmal ein Telefon organisieren. Ich hab dann solange bei Nachbarn geklingelt, bis endlich einer aufgemacht hat. Dann hab ich auf meiner Nachbarstation, die Freundin des Freundes angerufen, der einen Zweitschlüssel für die Wohnung hat (warum das so ist, ist unwichtig). Das war nämlich die einzige Nummer die ich ohne Handy wusste. Die hat dann versucht ihren Freund zu erreichen, der zum Glück flexible Arbeitszeiten hat. Der ist dann nach ca. 30 Minuten erschienen und hat sich krank gelacht über mein anziehendes Äußeres. Ist übrigens arschkalt im August in nem Treppenhaus. Im wahrsten Sinne des Wortes. In diesen 30 Minuten in denen ich wartete, durchdachte ich die Situation, was passiert, wenn seine Freundin ihn nicht erreicht?! Ich hätte in dem Aufzug auf meine Station gehen müssen, um einen Ersatzschlüssel bitten müssen und hätte dann, Arbeitsklamotten sei Dank, wenigstens arbeiten können. Allerdings zu dem Preis, daß ich ca. 6 Monate lang die Lachnummer in unserer Klinik gewesen wäre. Die Alternative wäre krankmelden gewesen. Ich hab dann den Nachbarn wiederholt rausgeklingelt und nochmal angerufen nur um sicher zu gehen. Aber wie gesagt, kam der Kollege ja rechtzeitig und ich konnte den Tag wie geplant, ausführliche Körperpflege inklusive, fortsetzen. […]

  7. Kommentar: Stuessy am 16.08.2006, 11:42 Uhr

    Das nennt man dann wohl „Murphy’s Law“! Obwohl? Wenn’s danach gehen würde, dann wärst du auch kontrolliert worden. Glück gehabt.

    Als ich neu in Berlin war und noch alleine gewohnt habe, war das mit dem Schlüssel aber auch die mit abstand größte Angst die ich hatte. Mich aus der Wohnung aussperren und dann in einer Stadt in der ich keine Sau kenne vor der verschlossenen Tür stehen. Ich hab’ mir echt ein Klopfritual angewöhnt. Als erstes bevor ich die Tür zuziehe mit der rechten Hand die rechte vordere Hosentasche nach dem Schlüssel abtasten, als nächstes mit der linken Hand die linke vordere nach dem Handy und dann wieder mit der rechten die rechte hintere nach dem Portemonnaie (Richtige Rechtschreibung ;) ) – erst dann ziehe ich die Tür zu.

  8. Kommentar: ReneMT am 16.08.2006, 13:30 Uhr

    Zum Thema „Schwarzfahren“ hätte ich hier auch noch eine Anekdote, die mir vor ein paar Jahren passiert ist:

    Ich hatte an einem Montag ein Vorstellungsgespräch, zu dem ich mit der S-Bahn fahren wollte/musste. Allerdings kam ich erst am Sonntag Abend von einem Kurzausflug zurück – und sämtliches Bargeld war alle. Nicht schlimm so weit – der Plan war: Montag rechtzeitig los, Fahrkarten mit EC-Karte am Schalter kaufen, zum Gespräch und zurück fahren – alles OK.

    Die Realität dagegen: Montag rechtzeitig zum Bahnhof. Fahrkartenschalter zu. Fahrkartenautomaten nehmen zwar EC-Karte – aber nicht an diesem Montag (kaputt). Also noch schnell zur nächsten Bank. Die hat an sich auch noch zu – aber natürlich einen Geldautomaten. Der war aber außer Betrieb und meine Bahn fuhr demnächst auch ab. Also schnell zurück zum Bahnhof und schwarz zum Gespräch gefahren. Nach dessen erfolgreichem Abschluss von der Sekretärin den Weg zur nächsten Bank beschreiben lassen. Gleich da hin und Geld geholt – Automat spuckte EUR 20,00 – Schein aus, Fahrkarte kostet EUR 2,60 – kein Problem also. Auf dem Bahnhof gibt’s keinen Schalter, aber dafür wieder Fahrkartenautomaten. Die akzeptieren auch Scheine – im Prinzip. Auf dem Bahnhof aber nicht, anscheinend waren die voll mit Geldscheinen. Geld wechseln konnte (wollte?) natürlich auch keiner der Mitreisenden. Also schwarz bis zur nächsten Umsteige-Station und nochmal sein Glück versuchen – mit dem gleichen Ergebnis. Somit also gezwungener Maßen komplett schwarz hin & zurück gefahren (dafür aber EUR 5,20 gespart :-) ).

    Und nun erzähle die Geschichte mal einem Kontrolleur…

  9. Kommentar: Melanie am 16.08.2006, 14:39 Uhr

    Also… Was Ihr armen Deutschen da ueber Euch ergehen lassen muesst, von wegen Tuere zu, kein Schluessel und dann schwarz mit der Bahn herumfahren zwecks… und all das noch UNfreiwillig… Ihr seid ja schon geplagt! :roll:

    Da meckere doch mal einer ueber das praktische und unheimlich bequeme Amerika! Ich wohne hier seit Jahren [etwas noerdlich von Chicago]. Wir haben hier ein Garagentor, welches sich anhand einer Zahlenkombination oeffnet. Habe ich diese Kombination, komme ich natuerlich durch eine Tuere ins Haus. Somit eruebrigt sich der/das ganze Schluesselkuddelmuddel!

    Und zwecks Bus und Bahn… hier kann man ja absolut alles mit Karte bezahlen – Visa, Master und Amex, alles ueberhaupt kein Problem! Von wegen „fuer diesen Betrag nehmen wir keine Kreditkarte!“ Wie oft ich das in meinem Deutschlandurlaub jaehrlich hoere… Pah! Da muessten die hier zumachen, denn wer schleppt hier schon Bargeld mit sich?? Selbst meinen $2 Kaffee bezahle ich mit meinem guten Namen…

    Aber zurueck zur Bahn: selbst wenn mal der Automat am Bahnhof nicht funktioniert ist es ueberhaupt kein Problem auch eine Fahrkarte beim Schaffner zu ergattern. Die sind ja hier alle ganz freundlich (und keiner nutzt das aus!).

    Nochmal zum Haustuerschluessel: Meine Nachbarin, oft auf auf mehrtaegigen Geschaeftsreisen unterwegs, laesst meistens die Haustuere auf, damit der Dogwalker auch hineinkommt und sich um die Hunde kuemmern kann. Uns ist es schon oft passiert, dass wir morgens aus dem Haus gehen und feststellen, dass das Garagentor die ganze Nacht offen gestanden hat…

    Tja, hier im „Wilden Westen“ ist das halt alles ganz anders… Leider haben wir hier keine religioese Feiertage, nur patriotische, und die kann man sich an beiden Haenden abzaehlen :???: Aber dafuer brauchen wir weder Haustuerschluessel noch Bargeld ;-)

  10. Kommentar: Meris am 16.08.2006, 16:04 Uhr

    Als ich das letzte mal meinen Schlüssel vergessen habe, musste ich durch ein offenes Fenster im 2. Stock eintreten. Zum Glück haben wir ne Leiter im Garten stehen. Und fragt nicht, welchen Schreck mein kleiner Bruder hatte, als ich plötzlich durch sein Zimmerfenster trete. ^.^

  11. Kommentar: MBBB am 17.08.2006, 21:13 Uhr

    Ihr macht Sachen! Mich hamse in Berlin mal erwischt. Der Kontrolleurin war das peinlicher als mir. Die hat mindestens dreimal gefragt, ob ich nicht nochmal nach der Fahrkarte suchen will, irgendwo sei die bestimmt. Hat am Ende 60 DM gekostet. (Hatt ich aber durch frühere Fahrten, wo der Fahrschein auch auf unerklärliche Weise weg war, das aber niemanden interessierte) schon rein. Risiko, Freunde! Aber sonst bin ich ne ehrliche Haut! Inzwischen bin ich schon so lange nich mehr schwarz gefahren, das mir jetzt auch das Herz flattert. Fahr ich lieber Auto. Was war überhaupt mit deinem Auto? Hast du alle Schlüssel an einem Bund? Bei mir sind die getrennt.

  12. Kommentar: Zappelfillip am 17.08.2006, 21:17 Uhr

    Ja die sind getrennt. Aber ohne mein Navi bin ich hier in München aufgeschmissen und der lag ebenfalls im Zimmer. Abgesehen davon, fällt mir gerade ein: mein Autoschlüssel auch. Der war nämlich in meiner Jackentasche, weil es tags zuvor bereits so kühl war, dass ich mit Jacke unterwegs war.

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