Für‘n Arsch!

Rubrik:  Bildungsauftrag  ·  Autor:  Zappelfillip23. August 2006, 23:08 Uhr

DDR Toiletten"papier"Na liebe (Ur-)Ossis! Wer erkennt’s? Wem schmerzt und juckt bei diesem Anblick noch sofort der Hintern? Ich sache euch, Sachen gibt’s… Live erlebt! Ehrlich! Ich sitze da so völlig entspannt und relaxt in einer kleinen Kammer, ganz auf meine große Aufgabe konzentriert, als es sich mir förmlich aus dem Augenwinkel heraus aufdrängt: Manche Leute besitzen und – viel schlimmer – benutzen doch tatsächlich noch das Klopapier der DDR. Ein Wahnsinn! Liebe Wessis, die Ihr Eure Popos schon seit Jahrzehnten mit 3, 4 oder mittlerweile sogar 5-lagigen, kuschelweichen, möglicherweise parfümierten und bedruckten Edelservietten, verwöhnt – Ihr habt keine Vorstellung von dem, was wir durchmachen mussten… damals… Da wo Euer Papier mit wunderschönen Motiven geprägt war, tummelte sich bei uns ein grober Holzspan neben dem anderen… noch viel gröberen. Wo Euer Wischutensil chlorgebleicht und strahlend weiß den Nutzer blendete, sahen unsere Augen lediglich graues Krepp. Wo Euer Popo beim Abputzen sanft gestreichelt und beschmust wurde, litten wir Höllenqualen. Der alte Ost-Witz „Warum ist in der „DDR“ das Klopapier so rauh? … Damit auch noch der letzte Arsch rot wird. „ war keinesfalls vollkommen aus der Luft gegriffen.

DDR ToilettenpapierAber ich blieb nicht lange sprachlos da auf der Schüssel hocken. Nein, einmal Testingenieur, immer Testingenieur – erst recht im Privatleben! Und so könnt Ihr euch sicher denken, was kommt. Jawoll! Ich habe es auf mich genommen und das gute alte DDR-Klopapier noch einmal getestet. Unter Schmerzen! Habe meinen Hintern selbstlos der Gesellschaft zur Verfügung gestellt und es einer ausführlichen Testprozedur unterzogen. Die Ergebnisse möchte ich Euch nicht vorenthalten – schon aus Nostalgiegründen (ich bitte zu entschuldigen das der lab report auf deutsch ist 😉 ):

Das Toilettenpapier besticht, wie bereits erwähnt, durch seine dreckig graue Farbe. Nicht schön anzusehen! Bleichmittel waren wohl unbekannt… oder zu teuer… Das Papier ist auch gar kein Papier, sondern wahrscheinlich wurden in einem aufwändigen mehrstufigen Verfahren grobe Holzplatten ganz dünn gewalzt. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass man noch ganze Baumstämme auf ihm erkennen kann. In vielen verschiedenen Farben. Ich hoffe nur, es wurden keine Tropenhölzer verwendet. Und trotzdem ist es übrigens immernoch einige gefühlte Millimeter dick. Richtig dickes Krepp. So wie man es vom Friseur kennt, wenn sie einem so ein Dingens um den Hals wickeln. Nur rauer… Apropos rauer: Man sieht die Baumstämme nicht nur, man fühlt sie auch!!! Besonders an der empfindlichsten Stelle. Grausam… Ich bin heute noch froh, dass ich mir keinen Splitter eingezogen habe. Das Zeug ist in etwa so weich und streichelzart wie eine italienische Bodenfliese… nur nicht ganz so kalt… Etwa vergleichbar ist übrigens auch die Saugkraft. Schonmal versucht, mit einer Fliese den vollgekleckerten Ahmbrotstisch abzuwischen? Genau so! Forschba! Eine Blattperforation ist ebenfalls nicht vorhanden, weshalb ein Versuch, handliche Stücke abzureißen von vornherein zum Scheitern verurteilt ist. Entweder erhält man nur Briefmarken, was mal richtig kacke für das geplante Vorhaben ist oder gleich wieder soviel, dass das Klo anschließend mit Sicherheit verstopft. Auch kacke! Gerades Abreißen? Ein Ding der Unmöglichkeit! Murphy halt. Ihr seid nie allein!

Naja und zur Optik brauche ich ja nicht wirklich was zu sagen. Schaut’s Euch an: von einer sauberen Wicklung kann überhaupt keine Rede sein. Die Bahnen bzw. die gewickelte Bahn liegt nicht einmal übereinander. Sieht aus, als hätte die Aufwickelfachkraft im „VEB Plaste und Elaste Zschopau“ einfach keine Lust gehabt. Ebenfalls ist die Rolle von einem Kreis soweit entfernt, wie Ottfried Fischer von Magersucht. Und dabei ist diese sogar noch eine vorbildliche Rolle. Sehr oft wurde, vermutlich aus Kostengründen, auf die Papprolle im Inneren verzichtet und dann war jede Stabilität und Form dahin. Zusammenfassend bleibt mir nichts weiter zu sagen als: für‘n Bobbes! Danke, dass Westen ist… wenigsten für meinen Stuhlgang. Guten Abend!

Übrigens: wer mir ein Foto seines (unbenutzten!) Toilettenpapiers mit Blattspezifikation zuschickt (gerne auch bedruckt und sonstwas), kann eine von 3 original DDR-Toilettenpapierrollen gewinnen. Garantiert schon 20 Jahre alt und in 1a Qualität… also wie damals halt… macht sich super auf jeder Auto-Hutablage. Frohes Wischen! Und immer einen fingerbreit Penatencreme :mrgreen:

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  1. Kommentar:
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