Verpennt

Rubrik:  Erlebt  ·  Autor:  Zappelfillip31. Januar 2007, 21:01 Uhr

Zugegeben, mein Job hat schon seine Vorteile. Immer die hippesten Unterhaltungselektronik-Technologien um sich herum, während der Arbeitszeit mit der neuesten Spielestation, Kreuzkiste und Co. spielen, in Fernseher schauen so groß wie mein Bett (und das ist riiieeeesig) und schon lange vor dem Verkaufsstart wissen ob, der/die/das heißersehnte Handy/Smartphone/MP3-Player/etc. tatsächlich was taugt. Und letztlich dafür auch noch bezahlt werden*.
Aaaaber es gibt auch „Nachteile“: man stumpft ab! Ungelogen! So wie es wahrscheinlich jedem im Job geht. Der Arbeiter am Fließband eines Süßigwarenherstellers braucht privat sicher auch keine Gummibärchen mehr, genausowenig wie ein Berufskraftfahrer nach Feierabend noch großartig Lust auf Autobahn hat. Ach herrje, und über einen Gynäkologen will ich lieber gar nicht erst nachdenken…

Früher war ich ein Gadget-Junkie. Alles was ansatzweise Elektronik aufwies, hupte, bimmelte und blinkte und dazu vielleicht auch noch möglichst klein war, musste mir gehören – ob nun sinnvoll oder nicht, sei mal dahingestellt. umständlichSo besitze ich beispielsweise das kleinste in Deutschland erhältliche Handy. Nein falsch! Ich fand das Ding toll, habe mit dieser Begeisterung meine Freundin angesteckt und sie hat es schlussendlich gekauft. Reden wir nicht davon, dass es seitdem annähernd ungenutzt im Schrank liegt.
Dass ich als kleiner Junge mal den (zu DDR-Zeiten sauteuren) Staubsauger meiner Eltern eines Morgens vollkommen in seine Einzelteile zerlegt habe, weil ich der festen Überzeugung war (und das meine ich ehrlich!), ich könnte daraus ein UFO bauen, erzähle ich lieber später mal. Was soll ich sagen!? Ich war Frühaufsteher, hatte Langeweile und dachte, es wäre eine gute Idee. Dass man dazu mindestens Elektronik studiert und noch besser von Außerirdischen im Bau von fliegenden Untertassen geschult sein sollte, war mir damals noch nicht sooo klar. Ich habe einfach mal angefangen. Außerdem wurde ich jäh schon vor der Fertigstellung von meinen Eltern gestört. Jaja so war ich… Immer auf der Jagd nach dem Außergewöhnlichen. Hätte es einen Fleischklopfer mit LCD-Display gegeben, der Schlagfrequenz auf und Alter des sonntagmittäglichen Hüftsteaks anzeigt – ich hätte 3 gekauft. Falls eins kaputt geht. So ziemlich das sinnloseste war – abgesehen vom nie funktionierenden UFO – vor etlichen Jahren eine stylisch-außergewöhnliche Armbanduhr von STORM, die bei Tageslicht absolut untauglich war, weil man die Uhrzeit nicht ablesen konnte. Es sei denn man machte es mit der anderen Hand möglichst dunkel und am besten noch unters lichtdichte T-Shirt schieben. Ich fand’s trotzdem geil und hab’s lange durchgehalten – auch wenn ich tausendmal ausgelacht wurde.
Anfang 2002 habe ich für ein damals „highendiges“ Nokia 8210 über 600 DM bezahlt – mit Vertrag wohlgemerkt! Das war damals so ziemlich das teuerste und neueste Handy, das es gab. Und ich war zu der Zeit sogar noch (lange) Student. Ihr merkt schon: krasser Dödel ich so!

Aber nun!? Jetzt wo ich beruflich mit all den Dingen zu tun habe – außer den Fleischklopfern vielleicht – ist das deutlich abgeschwächt. Merkt man an verschiedenen Dingen. Zum einen ist mir vor ein paar Tagen aufgefallen, dass ich vergessen habe rechtzeitig meinen Handyvertrag zu kündigen (eigentlich allein schon wegen der Aktion, aber eigentlich nur um anschließend mit einem besonders guten Handyangebot vom Provider umgarnt zu werden). Nun habe ich die Kündigungsfrist verschwitzt, mein Vertrag verlängert sich automatisch um ein Jahr und wenn ich jetzt noch verlängere (womit ich dann wieder 2 Jahre gebunden wäre), bekomme ich gerade mal ein paar Kröten als Gesprächsguthaben oder wahlweise ein völlig überteuertes Handy. Warum sollte sich der Provider jetzt auch noch bemühen, wenn mein Vertrag eh automatisch weiterläuft. Nun aber der zweite Umstand, der mir zeigt, dass ich gadgetonös abstumpfe: ich ärgere mich nichtmal sonderlich und erwäge das erste mal in meinem Leben, das Handy einfach weiterzubenutzen. Unfassbar! Ein Glück, bin ich kein Frauenarzt geworden…

* Natürlich ist das überspitzt dargestellt. Ist leider trotzdem eine Menge Arbeit.

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