Kernfrucht im Hals?

Rubrik:  Geärgert  ·  Autor:  Zappelfillip6. Februar 2007, 15:02 Uhr

Schon das neue Herbert Grönemeyer-Lied gehört? „Lied 1 – Stück vom Himmel“ heißt das gute Stück – zu finden auf seiner neuen Platte mit dem originellen Titel „12″. Zugegeben, ich mochte seine Musik noch nie und konnte auch überhaupt nicht verstehen, warum er 2002 mit „Mensch“ plötzlich so erfolgreich wurde. Dabei war er doch vorher nur so einem herrlich überschaubaren Publikumskreis zugänglich… irgendwie so zweite oder dritte Liga deutscher Künstler vielleicht. Angenehm… Und dann auf einmal der große Star. Mir schien das damals – auch durch den Tod seiner Frau – alles so furchtbar „mitleidsgehypet“ zu sein. Ich habe mich ein wenig fremdgeschämt, aber möglicherweise bin ich da auch der Einzige.

Und nun eben das neue Lied. Irgendwie muss ich immer grinsen, wenn ich es im Radio höre (kurz bevor ich wegschalte selbstverfreilich! ;-) ). Seine Art zu singen… dieses staccatoartige Stottern der deutschen Sprache, gepresst gesungen und dabei klingen wie Kermit der Frosch… als würde ihm ein Apfel im Hals stecken… oder… vielleicht sogar eigener Brechbrei, der schon so hoch steht… man weiß es nich‘… Mit diesem Lied klingt er wirklich wie eine Parodie seiner selbst. Jedes Sangesklischee passt. Man hat das Gefühl, er imitiert Ingo Appelt – den Obernervbolzen – der wiederrum Herbert Grönemeyer parodiert. Zwillinge im Geiste… Und der Text erst! Ich brech z’samm! Nein, normalerweise interessieren mich Liedtexte nicht die Bohne. Für mich hat Melodie und Rhythmus oberste Priorität und oftmals kenne ich die Texte der Lieder gar nicht… höre halt nicht so genau hin. Aber in diesem Lied… allein die in meinen Augen vollkommen sinnbefreite Aussage „Wer nichts beweist, der beweist schon verdammt viel“ lässt mich nur noch mit dem Kopf schütteln… ma’ freundlich jetze gesacht… dieses… „hochtrabend klingen“ nur um des Hochtrabens Willen… so pseudointellektuell… nenene… Hatte ich erwähnt, dass ich Herbert Grönemeyer nicht mag?

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2 Kommentare    ·    hier schreiben
  1. Kommentar: Brüderchen am 6.02.2007, 16:31 Uhr

    Wir sind eng verwandt. Ganz sicher.

  2. Pingback: herrsenf»Blog Archive » geknödeltes liedgut am 5.03.2007, 17:46 Uhr

    […] wie schon aus dem nick zu ersehen, ist der herrsenf ein musikliebhaber. deswegen hatte er auch am freitag freude am sz-magazin, denn dort war ein bericht über gröhlnemeyer. herrsenf hatte das glück die scheibe gemischte gefühle dieses künstlers schon vor 4630 im plattenschrank zu haben. deswegen wurde sie gestern mal wieder aufgelegt, denn der opener des albums ist noch heute der hammer. musik nur, wenn sie laut ist. danach kamen dann die total erfolgreichen alben. herrsenf kann sich noch erinnern in münchen die ganze sedlmaier halle mit voller insbrunst bochum – ich komm aus dir singen gehört zu haben. der herrsenf hat nur das “glück auf” mitgesungen. als schalker geht das flüssig von den lippen aber die endhaltestelle der trambahn aus buer kommt ihm nicht so leicht heraus. und noch was ist dem herrsenf eingefallen. vor einige tagen hatte der zappelfillip geschrieben, dass er den herbert nicht mag. ok, kein problem, mann muss den nicht mögen, aber einige dinge sollte man wissen. grönemeyer hatte schon vor dem menschen grosse hits. männer, was soll das?, kinder an die macht, … er wurde sogar schon mit erfolg gecovert – sascha mit flugzeuge im bauch – und durfte bei mtv unplugged spielen. 2002 nicht wurde grönemeyer auch nicht “plötzlich” erfolgreich, sondern er war es schon vorher. mensch hätte sich zappelfillip mal richtig anhören müssen. wie sagte willi weizenkeim, ein lokaler pop papst. diese nummer ist purer soul, und kann in einer reihe mit marvin gaye genannt werden. recht hat er. und zappelfillip der text vom stück vom himmel ist nicht pseudo irgendwas und auch nicht hochtrabend. es ist poesie. und das angesprochene zitat? sokrates vielleicht? auf jeden fall darf dieser song ruhig im zusammenhang mit john lennons imagine genannt werden. so rein aussage technisch mässig. aber zappelfillip, die katz’ mag mäus, und ich noch nicht einmal gebraten • • •  […]

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