Teppichterrorist

Rubrik:  Geärgert  ·  Autor:  Zappelfillip11. Februar 2007, 22:02 Uhr

Nein ich wusste es nicht! Es hat mir keiner gesagt und ich hab’s auch einfach nicht gemerkt. Und doch habe ich über mehrere Wochen einen Terroristen beherbert… in meiner Wohnung, meinen eigenen vier Wänden… immer in meiner Nähe. Ein Wahnsinn!

Heute wurde er dann entlarvt. Der Mistfink! Leider aber nicht ohne seiner ihm von dunklen Mächten auferlegten Bestimmung nachzukommen. Die hässliche Fratze des Bösen grinste mir hämisch ins Gesicht… vom Boden! Und das kam so:  

lädierter KaktusHeute war der große Tag meiner jungen Wohnung. Der Tag, an dem das letzte störende Möbelstück verschwand und seine Reise in die ewigen Jagdgründe den dunklen Keller antrag: der kürzlich erwähnte hellholzig schwedische Schreibtisch. Und damit einhergehend der endgültige Zustand meiner Wohnung (nachdem nun alle Möbel an ihren ursprünglich vorgesehenen Platz konnten) und die erstmalige Umstellung meines Computerlebens von einem Festrechner hin zu einem Laptop. Das hieß für uns, kurz nach dem Aufstehen – also so gegen 13 Uhr – den Schreibtisch abzuräumen, zu zerlegen und einige Möbelstücke zu verrücken. Und dann passierte das Unerwartete, völlig Überraschende: Für einen winzigen Moment kehrte ich dem Sideboard den Rücken, was der darauf befindliche florale Terrorist schamlos ausnutze und sich von seiner Anhöhe hinunter auf den Boden – AUF MEINEN WEISSEN BERBERTEPPICH – fallen lies… bis gelber Schleimunter die Hutschnur geladen mit intensivst gelbem, öligem Schleim! Ein wahrer Teppichterrorist… ein hundsgemeiner Kaktus. So ein ganz fieses Ding, das – wenn es bricht – gelben dicken Saft absondert, der wunderbar zum Färben von Brasilienshirts oder der Produktion von Pipiimitat (wofür auch immer) verwendet werden kann. Und das eben auf meinen wollenen, hochflorigen und – ganz wichtig – weißen Teppich. Und dann hatte ich die Bescherung: Erde drauf und unglaublich hässliche gelbe Flecken… Erste Reaktion: panisch in die Küche gestürzt, nassen Lappen geholt und losgerubbel. Scheißchen! Keine gute Idee! Der gelbe Fleck blieb gelb – wurde lediglich etwa 5mal so groß. Also zurück in die Küche und noch mehr Wasser plus Spülmittel geholt. Abgekürzt: Fleck ist jetzt hellgelb, noch etwas größer und angefilzt. Aber es wird wohl weggehen… wenn ich noch ein paar Dutzend mal schrubbele. SchrubbelnNatürlich war es auch mehr als ein Fleck, denn der Terrorist hatte sich beim Aufschlag entschieden, an mehreren Stellen zu brechen und sein Ejakulat freizugeben. Hier entschlossen wir uns allerdings, die gelben Stellen statt zu verreiben, besser vorsichtig – medizinisch feinfühlig – herauszusezieren. Den Terroristen hatten wir während dieser Teppichrettungsaktion zurück auf das Sideboard gestellt. Dort blieb er dann… bis… ja bis ich mit meinem Hintern ein zweites Mal an den Stacheln hängen blieb, kurz aufschrie und er sich hochmotiviert erneut fallenließ… auf… ach Ihr wisst schon… Berberterrorist, der!

Sucht noch wer einen fast nagelneuen weißen Berberteppich (2×3m) mit kreisrundem Haarausfall und kleinen Inkontinenzflecken?

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