Das hab’ ich o na nie erlebt!

Rubrik:  Erlebt  ·  Autor:  Zappelfillip15. Februar 2007, 16:02 Uhr

Jetzt mal so ganz unter uns: Es gibt im Leben wahrlich nicht viel, dass noch schöner ist, als morgens halb 9 in der 70er-Jahre kackbraun-befliesten Toilette einer urologischen Praxis zu stehen und an irgendwelche Schmuddelfilme, die man gaaaaaaaanz früher mal geseh… die Freundin zu denken, nur um „ein Präparat zu produzieren“ – neben einem das Wartezimmer voller Leute und der Tresen mit der Schwesternschülerin, die genau weiß, dass Du gerade hinter der dünnen Toilettenwand an „Das lesbische Peitscheninferno“ die Freundin denkst und dabei krampfhaft mit einem Lächeln „ein Präparat produzierst“. Rechts der Klopapierhalter – natürlich leer – links an der Wand die obligatorische, ausführlich bebilderte Anleitung zum korrekten Auffangen des Mittelstrahls und geradeaus ein Spiegel, in dem man sich selbst während der Produktion in die aufgerissenen Augen schauen darf. Ganz großes Damentennis, sach‘ ich Euch! Und dann dieser winzige Becher! Also jetzt nicht vom Fassungsvermögen… den Durchmesser meine ich eher. Die ruhigste Hand hat man da ja nicht durchgängig. Ihr versteht… Da ist volle Konzentration gefragt. Mit Sicherheit nichts für Zartbesaitete. Und das nicht nur, weil es vielleicht ein wenig an Romantik mangelt. Simmer ehrlich: Wir Männer brauchen ja sowieso nicht unbedingt einen duftenden Blumenstrauß, Kerzenlicht und Eros Ramazzotti-Musik für Fortpflanzungsversuche… erst recht nicht für von Vornherein zum Scheitern verurteilte! Aber eine heimelige und entspannte Atmosphäre ist trotzdem was anderes.  

Und dann plötzlich rüttelt auch noch ein Bedürfnishabender an der (zum Glück verriegelten) Tür… und man kann ob des Schreckmoments wieder von vorne anfangen. Vielen Dank, Blödmann! Das macht mürbe! So auch im wahrsten Sinne des Wortes… „Setz Dich in das sch*** Wartezimmer und hör‘ zu – wie alle anderen auch!“ hätte ich am liebsten durch die geschlossene Tür gebrüllt – aber dann doch nur gedacht.

Glücklicherweise hat die Produktion irgendwann geklappt, obwohl ich immerzu einen Mittelstrahl vorm realen und dann auch geistigen Auge hatte. Ein Wahnsinn! Schwierig, das alles! Und nun!? Bleibt einem ja nix anderes übrig, als mit hochrotem Kopf die Wirkungsstätte zu verlassen. Ich hatte gehofft, halbwegs unbemerkt zu bleiben und auch versucht, möglichst unauffällig und gleichgültig zu wirken – was bei leicht wackeligen Knien gar nicht soooo einfach ist. Selbstverständlich wusste ich auch, dass das Becherchen auf den kleinen Rollwagen am Ende des Ganges zu stellen ist. Warum Melanie, diese ver…maledeite Schwesternschülerin, trotzdem hinter ihrem Tresen durch die ganze Praxis brüllen musste „STELLEN SIE DIE SPERMAPROBE BITTE AUF DEN LABORWAGEN, HERR KÖHLER!“, hat sich mir bis jetzt noch nicht vollständig erschlossen. Tussi! Hoffentlich fällt die in der nächsten Prüfung „King Patient – social skills and correct behaviour“ durch… Und hoffentlich treffe ich die mal in der vollen Einkaufsstraße – dann stelle ich mich vor sie und brülle ganz laut „ICH KANN DOCH AUCH NICHTS DAFÜR, DASS DEINE PERÜCKE SO JUCKT! WER HAT DENN GESAGT, DU SOLLST SIE NICHT WEGEN DER PAAR EUROS WENIGER AUS SCHAMHAAR MACHEN LASSEN!?“ So eine blöde Kuh…

Wie!? Ihr wolltet das alles gar nicht wissen? Mir doch egal – ich wollte das schließlich auch alles nicht! Und wer bitteschön ist nun schlimmer dran!? 🙄

Abgesehen davon habe ich heute ja nicht nur onan… Präparate produziert. Danach war ich gleich noch wegen dem hier beim anderen Arzt und wegen Hepathitis-Impfung für den Urlaub. Das aber nur als Randbemerkung…

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