Friedfertig

Rubrik:  Abenteuer München  ·  Autor:  Zappelfillip21. Februar 2007, 00:02 Uhr

friedfertiger GemüseanbauBereits seit über einem Jahr ist er früh morgens mein erstes, kleines Highlight: dieser gelbe LKW mit weithin sichtbarer Werbung. An dem komme ich nämlich jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit vorbei… und immer muss ich schmunzeln. Nur nicht freitags! Also nich’ weil ich da notorisch schlecht gelaunt wäre, schließlich is’ ja fast Wochenende. Nein nein, vielmehr steht der Brummi einfach nicht da. Und normalerweise steht der immer an der gleichen Stelle. Aber das erwähnte ich bereits…

Naja und schmunzeln muss ich eben über seine Werbung hinten und an den Seiten. Es geht nämlich um Obst und Gemüse aus – ACHTUNG! – „friedfertigem Anbau“. Hää!? Was um Gottes Willen is’ das denn? Seit über einem Jahr denke ich nun – schmunzelnd, wie gesagt – darüber nach, was wohl im Zusammenhang mit Ackerbau „friedfertig“ sein mag. Klar – eine Person oder sogar ein ganzes Volk kann friedfertig sein… also so… jetz‘ mal die Amis ausgenommen… aber was ist bitteschön friedfertiger Anbau bzw. friedfertiges Gemüse??? Kann ich davon ausgehen, friedfertiger LKWdass es sich bei eben diesen Floralprodukten in keinem Fall um Killergemüse handelt? Ich also vollkommen entspannt und ohne jegliche Gefahr körperlicher Gewalt Vegetarier sein kann? Oder is’ das wieder so was Modernes wie Bio… oder Öko… also Gemüse aus garantierter Freilandhaltung und nicht etwa Boden- oder um Himmels Willen gar verpönter Käfiganbau? Man hört ja so Schlimmes aus dem Bereich der Apfelmastbetriebe! Da wird der Jonagold nur noch wie ein Stück Vieh behandelt… ekelerregend… Naja und als letzte Möglichkeit ist mir in den Sinn gekommen, dass es sich vielleicht um Demonstrationsgemüse handelt… friedliches Demonstrationsgemüse ehmd… Nur so mit Sit-Ins, Sprechchören und Trillerpfeifen. Ohne Gewalt. Keine Molotowcocktails oder so. Quasi sowas wie Ostermärsche! Erster-Mai-Gemüse sozusagen. Wir sind ein Volk! „Gut zum Leben“

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3 Kommentare    ·    hier schreiben
  1. Kommentar: moggadodde am 21.02.2007, 00:48 Uhr

    Ganz zufällig wohne ich in der Nähe der Schaltzentrale der Urheber … einer Glaubensgemeinschaft mit dem Namen „Universelles Leben“, die hier in der Gegend eine eigene Schule betreibt, Kaufhäuser und eben Läden, die vegane Produkte anbieten, die gar nicht mal schlecht sind. Chefin von det janze ist die Prophetin Gabriele, die mit den ihren sowie mit ihren Geschwistern, den Tieren, in Einklang lebt, im Rahmen ihres eingezäunten Reiches. „Friedfertiger Anbau“ ist noch mehr als öko, denn die Bauern erspüren, was der Boden braucht, geben ihm einen Teil zurück und verzichten auf Düngung und Gülle. Ganz so friedfertig wie beim Anbau von Gemüse ist die Organisation allerdings leider nicht immer.

  2. Kommentar: Zappelfillip am 21.02.2007, 08:08 Uhr

    Ui… damit verliert das Ganze ja schon ein bissl seinen belustigenden Hintergrund… für mich… Vielen Dank, liebe moggadoddo für die interessanten Infos. Dürfte ich Deine Ausführungen (also Deinen Kommentar) vielleicht als Ergänzung in den Artikel mit aufnehmen?

    „Prothetin Gabriele“ hat übrigens aber schon wieder (sicher mehr oder weniger ungewollt) was geiles. Fast sowas wie „Pharaonin Ingeborg“ oder „Hohepriesterin Dagmar“ :lol:

  3. Kommentar: Brüderchen am 21.02.2007, 08:14 Uhr

    Das is ja lieb.

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