Flucht vom „TV Total Turmspringen 2007″

Rubrik:  Geärgert  ·  Autor:  Zappelfillip25. November 2007, 21:11 Uhr

Gestern Nacht gegen 22:45 Uhr war es endgültig soweit: Die 5. (in Worten FÜNFTE) Werbepause wurde angekündigt, während ich mich von meinem unbequemen Sitzplatz erhob und genervt das „TV Total Turmspringen 2007″ verlassen habe. Wie berichtet wohnte ich diesem live in der Münchner Olympiaschwimmhalle bei… bis 22 Uhr 45 eben. Zu einem Kartenpreis von 33,50 € wohlgemerkt (nein keine Familienkarte – pro Person)! Beendet war es zu diesem Zeitpunkt allerdings noch laaange nicht…

Wer mich nun kennt, weiß dass schon einiges im Argen sein muss, damit ich etwas im Voraus Bezahltes verschmähe bzw. umkommen lasse; der oder das soll schon was tun für sein Geld – bei mir ist Geiz schließlich immer noch geil. Im Laufe der über 3 Stunden, die ich dort saß, kristallisierte sich aber immer mehr der Gedanke heraus ‚Wenn Du schon sooo viel Geld ausgegeben hast, warum sollst Du zusätzlich auch noch so eine Tortur über Dich ergehen lassen!?‘ Das wäre ja quasi doppelt bezahlt…  

Also was musste passieren, dass ich meine besten Vorsätze einfach so über Board werfe? Naja es war eine Mischung aus vielem: zuallererst sind die Sitze dort wirklich unbequem (es handelt sich um die Zuschauerränge oberhalb des Beckens), einfache Plasteschalen ohne Lehne – auf Dauer tödlich für meinen Rücken und den extrem ungepolsterten Hintern. Da half auch die untergelegte Strickjacke nix – ich saß sofort direkt auf meinem Arschknochen. Ferner handelte es sich bei der Schwimmhalle tatsächlich gefühlt um eine finnische Saune mit tropischer Luftfeuchtigkeit nur knapp unter 100% – Schwitzflecken unter den Armen vorprogrammiert (bei allen Leuten um mich herum – ich selbst schwitze nur wenig/selten/kaum 😉 ).

Das alles wäre aber nur halb so wild gewesen, wäääre da nicht die Show selbst gewesen. Die zog sich nämlich wie Kaugummi nach 3 Stunden in der prallen Sonne. Als ich ging, lief sie bereits zweieinhalb Stunden und alles was bis dahin passiert war: die beiden Qualifikationsdurchgänge für das Einzelspringen und der erste Qualidurchgang für’s Synchronspringen. In 2,5 Stunden! Unfassbar… Es war wirklich stinkelangweilig, jede halbe Stunde eine Werbepause, die bei einer Livesendung natürlich auch das Publikum aussitzen muss. In unserem Fall wurden auf den Leinwänden alte Folgen „Raab in Gefahr“ gezeigt. Zuhause vor dem Fernseher fällt mir das gar nicht so auf – die häufigen Werbeunterbrechungen – da hat man ja doch mal schnell was anderes zu tun. Aber dort war nix mit einfach mal ablenken. Weiterhin war ich erschrocken, wie wenig aktiv ich wohl tatsächlich vor dem Fernseher sitze: zum ersten Mal ist mir aufgefallen, wie unfassbar dumm und hohl die Dialoge bzw. „Interviews“ während solcher Sendungen sind. Ich glaube ich höre da sonst nie zu. Das Gelaber von Verbalgrobmotorikerin Sonya Kraus und Matthias Opdenhövel, die direkt am Geschehen waren und die Springer gen Turm entließen bzw. nach dem Sprung am Beckenrand empfingen, ist durch nichts mehr zu überbieten. Und auch Moderator Oliver Welke stach nicht unbedingt durch tiefsinnige Anmoderationen hervor. Lediglich mit sturer Vehemenz preiste er ununterbrochen den zu gewinnenden Seat an.

So und last but not least: In den Zuschauerrängen gibt es ein paar wenige Lautsprecherständer. Wer genau so hinter einem solchen saß, dass der Blick auf den Turm verdeckt war, brauche ich nun sicher nicht mehr zu thematisieren. Von der mauen Stimmung in der Halle mal ganz abgesehen. Schade ums Geld…

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