PISA-Studie

Rubrik:  Angemerkt  ·  Autor:  Zappelfillip28. November 2007, 21:11 Uhr

Spiegel ONLINE überschreibt einen Artikel, der heute zu lesen ist, mit der Überschrift

Deutsche Schüler bei Pisa-Studie deutlich verbessert

Zusammengefasst geht es darum, dass bereits vor Veröffentlichung der Ergebnisse der neuen PISA-Studie durchsickerte, deutsche Schüler hätten sich im Vergleich zur letzten Studie deutlich verbessert – von Rang 18 auf 13 (von 57 teilnehmenden Ländern).

Mal ganz davon abgesehen, dass ich die 5 Plätze nach oben noch nicht uuunbedingt als „deutliche“ Verbesserung sehen würde; das wirklich Skurile lese ich schon einen Satz später:

Laut OECD sind beide Tests wegen ihrer geänderten Aufgabenstruktur nicht vergleichbar.

Hää? Man kann die Ergebnisse beider Tests nicht miteinander vergleichen, aber schließt aus den Ergebnissen beider Tests (die man nicht miteinander vergleichen kann) auf eine Verbesserung um 5 Plätze? MUSS ich denn nicht, um eine Verbesserung (oder Verschlechterung oder Stagnation) feststellen zu können, zwei Dinge miteinander vergleichen, was heißt sie müssen auch vergleichbar sein? Kann mir das bitte mal jemand erklären!

Das wäre das gleiche, als würde ich einen Ferrari mit einem Trabi vergleichen wollen. 2006 lasse ich beide auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke in Nardo (Google-Maps) gegeneinander antreten. Selbstverständlich gewinnt der Ferrari… knapp! 2007 müssen beide dann das Rennen wiederholen – allerdings im Rückwärtsgang. Komischerweise hat der Trabi aber einen besser übersetzten Rückwärtsgang, so dass der Ferrari trotz höherer Drehzahl keine Chance gegen ihn hat (nur mal annngenommen). Beide Tests kann man – sieht hoffentlich jeder ein – nicht miteinander vergleichen! Kann ich trotzdem sagen, der Trabi hat sich 2007 im Vergleich zum Vorjahr verbessert? Oder kann ich vielleicht lediglich feststellen: „Eivarbibsch vorwärds haddar Drabbi keene Schangese, aber rüggwärds een ordlichen Bumms, halde Fresse!“?

Als Testingenieur für vergleichende Produktprüfungen ist mir die Welt reproduzierbarer, fundierter und vergleichbarer Tests durchaus geläufig – mache quasi 8,5 Stunden am Tag nix anderes – aber das… nenene… ;-)

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4 Kommentare    ·    hier schreiben
  1. Kommentar: Stefan am 28.11.2007, 22:43 Uhr

    Problem an PISA ist aber, so wurde es uns in der Schule ;) erklärt:

    Die „Besten“ haben ihre Schüler gezielt auf den Test vorbereitet, sowas ist in Deutschland aber nicht geschehen, dadurch ist dann natürlich kein objektives Ergebnis mehr zu erwarten..

    Obs stimmt weiß ich nich…

  2. Kommentar: Zappelfillip am 28.11.2007, 22:55 Uhr

    Hihi, na da wird’s ja noch schlimmer! Hier is’ was los…

  3. Pingback: Volksverdummung am 20.12.2007, 04:18 Uhr

    […] muss. Auf der Gesellschaftsebene betrachtet sieht genau diese Sache alles andere als lustig aus! Pisa lässt grüßen! Also wird’s zum Analbrei des Monats. So einfach ist das. […]

  4. Kommentar: Luftgucker am 9.01.2008, 20:25 Uhr

    Solche Tests sind immer mit Vorsicht zu betrachten, besonders die Ergebnisse dieser. Wenn ich meine Schüler Jahre lang nur auf diese Tests vorbereite, schneiden die super ab, aber können trotzdem nicht viel.

    Generell ist es schwierig schulische Leistungen zu bewerten, was die Lehrer ja meist auch nicht können.

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