Welches Käst‘l darf’s denn sein?

Rubrik:  Angemerkt  ·  Autor:  Zappelfillip4. Dezember 2007, 20:12 Uhr

Apropos „schlecht in Mathe“: Quasi zur Selbstheilung – und gern für all jene, denen es genauso wie mir ein wenig an Vorstellungskraft mangelt – habe ich mal versucht, mir die Wahrscheinlichkeit eines großen Gewinnes beim Lotto bildlich klarzumachen.

Aaalso die Wahrscheinlichkeit eines 6ers bei „6 aus 49″ (früher gab es ja auch mal „7 aus 38″) liegt bei ungefähr 1 zu 14 Millionen (genau 1:13.983.816). Um den Jackpot zu knacken, muss man ja aber auch noch die richtige Superzahl tippen – eine Zahl zwischen 0 und 9. Das heißt also: Die Wahrscheinlichkeit den Jackpot zu knacken liegt bei ungefähr 1 zu 140 Millionen (für die Klugscheißer wie mich 1:139.838.160 ;-) ).

So und nun kommen wir mal zur Versinnbildlichung:  

Welches Kästel darf's denn sein?6 Zahlen aus 49 Möglichen plus die Superzahl zu tippen, ist in etwa das Gleiche, als hätten wir ein Lottosystem „1 aus 140 Millionen“. Das heißt: jeden Mittwoch und jeden Samstag brauchen wir nur eine Zahl auf einem Lottoschein ankreuzen – der allerdings statt 1 bis 49 die Zahlen 1 bis 140.000.000 enthält. Nehmen wir nun einfach mal an, jedes Kästchen wäre inklusive Zwischenraum zum Nachbarkästchen nur 4 Millimeter breit und hoch. Dies ist natürlich ein Unding, denn wer könnte in einem 16 mm² (4mm * 4mm) großen Kästchen noch eine 9-stellige Zahl (z.B. 134.734.874) lesen… ohne Mikroskop! Daher nur mal angenommen…
Was schätzt Ihr, wie groß wäre wohl das Kästchenfeld auf dem Lottoschein (ich glaube bei „7 aus 49″ ist es etwa 3 cm breit und hoch)? 1*1 Meter vielleicht? Oder 5*5 Meter? Vergesst es! Bei 140 Millionen Kästchen sind es 11.200 Kästchen nebeneinander und 12.500 Kästchen in der Höhe. Bei einem angenommenen Kästchenplatzbedarf von 4 mm in Breite und Höhe entspricht das etwa 45*50 Metern! Überlegt Euch das mal: Ihr krabbelt auf einem 45 Meter breiten und 50 Meter langen Lottoschein rum, der voll von 4 mm großen Kästchen ist, und sollt eines davon ankreuzen. Schwieriges Unterfangen das! Gerade für mich als hoffnungslosem Entscheidungsneurotiker. Und das ist übrigens nur ein Feld – auf heutigen Scheinen findet man 12 davon ;-)
Nur noch als Ergänzung: Das Gewicht dieses etwa 2.250m² (45m*50m) großen Lottoscheines betrüge bei handelsüblichem Papiergewicht (Druckerpapier hat 80g/m²) ca. 180kg… schönen Gruß von der Bandscheibe, sach‘ ich da mal :-D

Nach einigem Überlegen, welche Zahl es denn nun sein darf, wunden Knien von der Kriecher- und Rückenschmerzen von der Schlepperei hat man nun iiirgendwie den Schein abgegeben und harrt vor dem Fernseher der Ziehung der Lottozahlen. Wollte der Hessische Rundfunk 140 Millionen Lottokugeln von der Größe eines Tischtennisballes (nichts anderes sind die heutzutage verwendeten Lottokugeln: mit Zahlen bedruckte Tischtennisbälle) in ein Gefäß schmeißen, um sie wenigstens etwas durchzumischen und anschließend eine daraus zu ziehen, müsste dieses Gefäß (angenommen es ist ein Würfel) eine Kantenlänge von ca. 18 Metern haben. Man braucht also schon einen kleinen (entkernten) Wohnblock, der 18 Meter lang, 18 Meter tief und 18 Meter hoch sein muss, um die Ziehung der Lottozahlen durchzuführen. Solange muss Oma Edelgard halt zu Ihrem Sohn Friedhelm halt ziehen…

Und für diejenigen, die sich mehr unter einer zeitlichen Größe vorstellen können, nochmal am herkömmlichen „6 aus 49″ ein Beispiel: Von 100 Personen, die 60 Tippreihen spielen (also 60 mal 6 Zahlen tippen – bei 12 Feldern pro Lottoschein macht das 5 komplette Scheine), wird im Schnitt nur eine Person einen 6er im Lotto erzielen… allerdings erst nach 45 Jahren jede Woche 60 Tippreihen!!! In dieser Zeit hat damit jede der 100 Personen übrigens ca. 115.000 Euro ins Lottoglück investiert (45 Jahre jede Woche 47,50 € für 60 Tippfelder).

Trotzdem gewinne ich morgen den Jackpot – wer macht mit? :mrgreen:

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4 Kommentare    ·    hier schreiben
  1. Kommentar: deamon am 5.12.2007, 00:10 Uhr

    seeeeeehr coole rechnerei, gratuliere ;)
    übrigens, auch von meiner seite: schön dich wieder zu lesen!

    gute nacht
    deamon

  2. Kommentar: WeisswurstUni am 5.12.2007, 08:24 Uhr

    Na klar bin ich dabei. Ich tippe aber nur einen Tipp für einen Euro. Weil ob die Chance nun 1:140.000.000 oder 12:140.000.000 ist, iss nu och irjendwie wurscht!

  3. Kommentar: Stefan am 5.12.2007, 19:01 Uhr

    blöd isses wenn man klugscheißen will und sich dann selber ma um 6 Millionen verrechnet.. ich depp :)

  4. Kommentar: Zappelfillip am 5.12.2007, 21:52 Uhr

    Na da biste immernoch besser dran als ich… ich hab’s nur ergooglet, denn ausrechnen könnte ich das nie und nimmer… schon in der Schule nicht *seufz*

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