Frauenauto

Rubrik:  Erlebt  ·  Autor:  Zappelfillip12. Dezember 2007, 20:12 Uhr

Mann mann mann… Ich glaube, langsam aber sicher werdich weich in der Birne. Gestern die Mäuse in meiner Wohnung – heute Stimmen in meinem Kopf. Und das kam so:

Stimmen im Wind, die mir sagen, wann...Wie jeden Tag fuhr ich auch heute mit meinem Auto von Arbeit nach Hause und wie sehr oft in letzter Zeit, nahm ich unseren Praktikanten ein Stück mit, da mein Arbeitsweg an seiner Wohnung vorbeiführt. Da ich zwar etwas eigenbrödlerisch aber trotzdem nicht ganz ohne soziale Kommunikationskompetenzen ausgestattet bin, unterhalten wir uns dabei auch regelmäßig über (mehr oder minder belanglose) Dinge. Und da ich, falls man sich doch mal nix zu sagen hat, peinliche Stille vermeiden will, läuft nebenbei auch immer das Radio – Gong 96,3 übrigens… nur zur Info… Doch irgendwie war es heute anders. Während der Unterhaltung hatte ich immer wieder das Gefühl, es würde jemand – klang wie’ne Frau irgendwie – ganz leise im Hintergrund reden. Aber nicht durchgängig sondern immer nur ein paar Fetzen. Ansich nix ungewöhnliches, schließlich müssen die durchschnittlich 23.000 Worte pro Tag einer Frau auch raus (Männer hingegen reden nur knapp 12.000 Worte pro Tag… angeblich), nur… wir waren allein! Zumindest soweit ich wusste…  

Naja, anfangs habe ich es noch ignoriert. Hätte durchaus das Quietschen unserer Schuhe auf der Gummifußmatte sein können (nasse Schuhsohle auf Gummimatte quietscht unfassbar gut und sehr eindringlich für meine sensiblen Öhrchen). Allerdings kam es immer wieder. Also habe ich einfach mitten in seinem Satz das Radio stumm geschaltet unterbrach ich überaus höflich und zuvorkommend unser Gespräch und lauschte in die entstandene (nicht peinliche) Stille… Nix! Kein Mucks! Also Radio wieder an und weiter verbal die Probleme dieser Welt angepackt. Aber es war immernoch da. Doch von nun an ignorierte ich es einfach – wenn auch einigermaßen verstört (pupste der etwa tatsächlich die ganze Zeit neben mir :?: )

Wie immer ließ ich ihn an einer bestimmten roten Ampel aussteigen. Die ist erstens nämlich tatsächlich IMMER Rot, wenn ich komme, und zweitens wohnt er direkt neben dieser, was das Ärgernis der Dauerröte schon wieder etwas relativiert. Kaum war er aber raus, hörte ich wieder dieses leise doch unbestimmbare Genuschel – zumindest also keine studentischen Flatulenzprobleme (ich war tatsächlich etwas erleichtert). So schnell wie diesmal hatte ich meinen Affenarm wahrscheinlich noch nie am Stummschaltknopf des Radios. Und ich sollte richtig gehandelt haben. Gerade noch so konnte ich die letzten Fragmente eines Satzes verstehen:

… Metern links abbiegen!

PDA mit FrauenstimmeTjaja… da sich nachweislich unter meiner Rückbank keine nette Schwester des nahen Frauenklosters „Skit d. Hl. Elisabeth“ versteckte, um mich auf den rechten Weg der Tugend und vorehelichen Keuchheit zurückzuführen (zu spät gute Frau – Amen!), konnte es nur mein portables Navigationssystem sein, in dem allerdings eine nicht minder nette Frauenstimme wohnt. Irgendwie musste ich es beim Schmeißen meiner Herrenhandtasche auf die Rückbank geschafft haben, dass sich das Navi eingeschaltete. Komisch… sonst warte ich manchmal Stuuuunden, dass eine Verbindung zustande kommt, obwohl das Gerät direkt an der Frontscheibe quasi in Sichtkontakt der Satelliten verharrt. Und gerade diesmal kam eine Verbindung zustande, obwohl das Navi IN einer Hülle IN meinem Rucksack UNTER dem Autodach vergraben war. Unfassbar… Für diese Frechheit und dafür, dass sie mich zurück zur Firma schicken wollte, wurde die Dame unverzüglich mundtot gemacht. Ich wäre übrigens bei Befolgung der Anweisung kurz darauf an einem stadtbekannten Etablissement mit roten Lampen in den Fenstern vorbei gekommen… was in diesem Fall auch noch einmal bestätigt, dass unter meiner Rückbank keine nette Schwester der „Skit d. Hl. Elisabeth“ wohnt… Schwein gehabt… :mrgreen:

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6 Kommentare    ·    hier schreiben
  1. Kommentar: Rick am 13.12.2007, 14:28 Uhr

    Sehr schön mein freund, habe schön geschmunzelt.
    Das ist ja schon Kishon-like!
    :mrgreen:
    liebe Grüße Ricardo

  2. Kommentar: Zappelfillip am 13.12.2007, 23:59 Uhr

    Grüß Dich Meiner. Wie geht’s denn so? Und ist Kishon nicht so ein weicher Stoff für Bettwäsche? ;)

  3. Kommentar: Janine am 14.12.2007, 01:56 Uhr

    Ja, es erinnert mich ebenfalls an Kishon-und du solltest nachschauen, um wen es sich da handelt, dann wirst du nämlich geehrt sein ;-)

  4. Kommentar: WeisswurstUni am 14.12.2007, 08:47 Uhr

    Rick? Der Rick vom Männertag? Na da grüße ich doch auch glatt mal!

  5. Kommentar: Rick am 14.12.2007, 12:42 Uhr

    Alles fit, hoffe bei dir auch? Grüße mein lieber WWUNI!
    Wird mal wieder Zeit für ein Treffen mit Schnatterchen, wa?
    WeisswurstUni hat dich wohl schon mit heimischer HAL-Sprach-Akrobatik
    anjesteckt, whoarrr meiner, krach, bumm, peng!
    :mrgreen:

  6. Kommentar: Zappelfillip am 14.12.2007, 23:11 Uhr

    Jetzt macht Ihr mich neugierig. Ich selbst lese ja so im privaten überhaupt nix – kein einziges Buch seit Dekaden. Aber natürlich weiß ich trotzdem, dass Kishon ein Schriftsteller ist. Doch was macht ihn aus, was ist typisch für ihn… keine Ahnung! :roll:

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