Lippenschnitt

Rubrik:  Geärgert  ·  Autor:  Zappelfillip15. Dezember 2007, 23:12 Uhr

LippenschnittMenno… kaum schwinge ich mal wieder die haarfeinen Metallblättchen mit flinken Fingern durch mein Gesicht, schon sind sie drin im Fleisch. Mit Blut, schmerzbedingtem Zischen von Luft durch meine Zähne und überhaupt allem drum und dran. Wer hier die Daily Tom Fotos halbwegs regelmäßg verfolgt, wird erkennen, dass ich überhaupt kein Freund der täglichen Rasur bin – und noch nie war. Nur während meiner Armeezeit 1995/96 konnte ich nicht umhin, ständig die Eisen zu schwingen um mich vom doch sehr dürftigen Bartwuchs zu befreien. Mit 19 Jahren war da nämlich noch nicht sonderlich viel los – ehrlich gesagt, es hätte auch ein feuchtes Handtuch getan hätte ich mir sogar den Rasurschaum sparen können. Aber der machte es männlich… Mein Gruppenführer während der Grundausbildung, der StUffz (Stabsunteroffizier) Bösenecker, war aber sehr darauf bedacht, dass nicht auch das kleinste Härchen beim Morgenappell zu sehen war. Naja immerhin reichte es bei mir, nur jeden 2. Tag zu rasieren. Und trotzdem hatte ich quasi während meiner gesamten Armeezeit auf dem Hals einen Rasurbrand der allerfeinsten Sorte – übersät mit roten Frieseln und entzündeten, einwachsende Haarwurzeln sah ich aus wie mit’nem Bienenschwarm gekuschelt… Eigenurintherapie war in diesem Zusammenhang auch nix. Gab nur Ärger mit den 5 Kameraden, die mit mir die Stube teilen mussten. Ich hab’ jedenfalls ’ne sehr sensible Haut :?   

Danach kehrte ich der Nassrasur den Rücken und nutzte von nun an nur noch einen Langhaarschneider. Mit anderen Worten trug ich einen Jahrezehnte überdauernden 3-bis-7-Tage-Bart – mal mehr, mal weniger sauber geshavet. So konnte ich dem Rasurbrand auf immer ein Schnippchen schlagen. Bis… ja bis dieser – also der Langhaarschneider – nun vor ein paar Wochen das Zeitliche segnete. In einem Anflug von jugendlichem Leichtsinn und ein wenig der „guten alten Zeiten“ willen entschloss ich mich, es noch einmal mit der Nassrasur zu probieren. Meinen alten Gilette Sensor hatte ich dazumal (am letzten Tag meiner Grundwehrdienstzeit) in einer bewegenden Zeremonie auf Lippenschnittdem Marktplatz des fränkischen Städtchen Volkach (dort war ich beim Pionierbataillon 12 (Google Maps)) verbrannt. Daher musste ich mir nun einen neuen kaufen. Da ich nichts von verweichlichten Rasierern mit Gittern vor den Klingen halte (Wilkinson), wurde es wieder ein Gilette. Statt 2 haben die ja mittlerweile Dutzende von parallelen Klingen. Unfassbar! Da ist es kein Wunder, dass man sich mal schneidet. Mit einem Zug schabt man da ja locker die ersten 3 obersten Hautschichten ab. Naja, Nassrasur bleibt trotzdem männlich! Mein Bartwuchs ist zwischenzeitlich deutlich stärker, was dies auch mehr rechtfertigt also noch vor 12 Jahren. Nur den Frieselpark unter dem Kinn trage ich noch mit mir rum. Daher nicht mehr alle 2 Tage, sondern nur einmal die Woche rasieren..

PS: Wer errät, welchen total oral verschweinsten Spitznamen – abgeleitet aus seinem Namen – wir meine Kameraden dem StUffz Bösenecker verpasst haben, der sollte jetzt mit ordentlich hochrot verschämten Kopf vor dem Monitor sitzen ;-)

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4 Kommentare    ·    hier schreiben
  1. Kommentar: Musician am 16.12.2007, 17:28 Uhr

    Du hast auch ein ziemlich schmerzverzerrtes Gesicht :roll:

    Gute Besserung ! :)

  2. Kommentar: Antidote am 17.12.2007, 10:27 Uhr

    Lieber Zappelfillip, irgendwie haben Sie wirklich ’ne kleine Meise ;) Aber ’ne drollige!

    PS: Der Spitzname springt einen ja förmlich an – da muss doch nicht ernsthaft jemand grübeln, oder?

  3. Kommentar: Zappelfillip am 17.12.2007, 21:12 Uhr

    Wie bitte? Meise? Drollig? Drollig sind kleine Hundewelpen, wenn sie über die eigenen Pfötchen stolpern. Ich kann ja noch nicht mal ordentlich mit dem Schwänzchen wackeln… normalerweise… Nein, ich bin nicht drollig! :P

  4. Kommentar: Künstlermark am 1.04.2008, 18:53 Uhr

    Hast es schon mal mit Blutstopper nach der Rasur probiert? Der ist ganz gut.
    Habt ihr mal den Spitznamen auch in seiner Gegenwart genutzt?:)

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