Bissl Neid…
*gääähn* Spät zurück in München liegt ein unspektakuläres aber dennoch schönes Wochenende hinter mir. Is‘ ja Frühling… quasi! Und in Erfurt war ich… mal wieder… Heute zum Mittagessen in den „Schnitzler“ eingeladen worden. Das ist eines dieser zur Zeit unglaublich trendigen Restaurants, die geradezu gigantisch große Schnitzel und Steaks anbieten, welche eigentlich von keiner Person mit normalem Körperbau und Essverhalten zu schaffen sind… fast… Ich bin jedenfalls auch kläglich dran gescheitert. Einen weiteren Versuch wird es auch so bald nicht geben, denn wir haben uns ein bissl geärgert, dass wir über eine Stunde auf unser Essen warten mussten, obwohl der Laden nicht so übermäßig groß, dass es damit zu erklären wäre. Außerdem haben Leute, die nach uns kamen, komischerweise auch eher Essen bekommen. Und da bin ich ungeduldig! Schließlich möchte ich ungern einen wertvollen Sonntag unnötig lang in einem Restaurant verbringen. Von daher…
Nach dem Essen ausversehen in den Erfurter Karnevalsumzug geraten – ist am Domplatz gestartet, wo sich auch der Schnitzler befindet. Ich mag kein Fasching und den ganzen Kram, der da noch so mit dranhängt erst recht nich‘. Bin privat ein Muffel und ein Kauz und wirklich nur hier im Blog haaalbwegs lustig. Daher mag ich auch nicht diese zwanghafte Lustigkeit.
„So heute ist Faschingssonntag – heute müssen wir alle unfassbar fröhlich sein, scheiße aussehen, so auch noch rausgehen und dämlich allen Leuten „Hellau“ entgegenbrüllen!“
Thüringen ist kein Karnevalsland… da geht keiner wirklich mit am Straßenrand. Und somit sieht es einfach nur aus, wie gewollt und nicht gekommt… Außerdem scheint es eine neue Unsitte zu geben: Es reicht nicht mehr, nur bunte Bomms‘chen vom Wagen zu werfen – nein auf einmal müssen es ganze Pralinenschachteln sein! Unfassbar! Das sind lebensgefährliche Wurfgeschosse! Und da hilft es auch nix, wenn der nachfolgende Wagen mit noch dämlicheren Dödeln drauf, Gratis-Papiertaschentücherpackungen in die gierige Menge wirft. Ja genau diese billischen Taschentücher, die man immer in der Apotheke geschenkt bekommt, wenn man eine frische Packung Kukident 3 Phasen-Tabs oder Hämorrhoidensalbe kauft – obwohl die Dinger kein Schwein haben will! (Also weder Hämorrhoiden noch die Tücher) Mit diesem Sandpapier kamma keine Nasen putzen! Außer… zu einer Sache sind sie doch gut… ![]()
Naja und am schlimmsten sind die Pfeifen, die armen ahnungslosen Passanten händeweise Pseudokonfetti – also alte Papierreste – in Haare und vor Ekel weit aufgerissenen Mund kippen. So von oben herab. Nein ich wollte das nicht! Ich war nur zufällig dort! Einen winzigen Moment war ich gewollt, meinen Schlüsselbund mit richtig Anlauf gen Konfettiwerfer zu schleudern. Der war aber ein Kind, weshalb er Schonfrist bis nächstes Jahr hat. Außerdem wäre ich heute sonst nicht mehr in die Wohnung gekommen. Selbstverständlich habe ich die Pralinenschachtel nur an den Kopf bekommen. Ich ein wenig benommen war so eine 1-Meter-Krabbe neben mir schneller (ist ja auch näher am Boden als ich) und schwupps war das Ding in Muttis Beutel. Jäger und Sammler! So schnell konnte ich gar nicht gucken. Naja immerhin habe ich jetzt Taschentücher von Olynth. Fasching ist doof!
Hallo!? Hall… ja Nahmd! Ist da der Lieferservice vom „Kleinen Chinesen“?
…
Ah sehr gut! Ich wollte… wollte gern was bestellen.
…
Meine Telefonnummer? Ja das ist die 973… ja 9 – 7 – 3… 8 – 8 – 4… 6 – 2… Genau!
…
Der Name ist Tom Köhler… ja, Kah Ööh Hah Ell Eeh Err
…
Die Straße… Wilramstraße… W-i-l-r-a-m-straße… 53
…
Ja, achte… (Anm. d. Red.: Etage)
…
Also wir hätten gern einma’ die hunderteinundachtich… einma’ die hundertsechsundachtich… 8 – 6… und zweima’ die hundertförrzehn…
…
Ja 1-1-4
…
Ja das war’s. Alles klar. Danke!
Ach ja: wie lange dauert’s ungefähr? … Förrzich Minuten – okay… Danke! Ciao!
So oder so ähnlich lautete der Wortwechsel meines alten Kumpels WWU mit dem Lieferservice eines Chinarestaurant. Natürlich ein kleiner, schlecht deutschsprechender Asiate. Jaja – er hat in meinem Namen bestellt, weil ich mich vor sowas gerne drücke. Also hat er sich halt für mich ausgegeben. Schließlich waren wir ja auch bei mir. Gestern Abend war er nämlich seit ziemlich langer Zeit mal wieder bei mir zu Besuch. Gab ja einiges an Einrichtung meiner Wohnung, was er noch nicht kannte. Der Abend ging schnell rum und kaum bestellt, klingelte es auch schon an der Tür. Geliefert hat ein Deutscher. Und dieser… dieser verdient und bekommt meinen vollsten Respekt, dass er uns gefunden hat. Warum? Seht selbst:
Und er musste noch nicht mal anrufen – aber mit Sicherheit auch nur, weil das Stockwerk angegeben war. So reduzierten sich die Möglichkeiten auf 6 Namen. Trotzdem ein Teufelskerl…
Jetzt mal so ganz unter uns: Es gibt im Leben wahrlich nicht viel, dass noch schöner ist, als morgens halb 9 in der 70er-Jahre kackbraun-befliesten Toilette einer urologischen Praxis zu stehen und an irgendwelche Schmuddelfilme, die man gaaaaaaaanz früher mal geseh… die Freundin zu denken, nur um „ein Präparat zu produzieren“ – neben einem das Wartezimmer voller Leute und der Tresen mit der Schwesternschülerin, die genau weiß, dass Du gerade hinter der dünnen Toilettenwand an „Das lesbische Peitscheninferno“ die Freundin denkst und dabei krampfhaft mit einem Lächeln „ein Präparat produzierst“. Rechts der Klopapierhalter – natürlich leer – links an der Wand die obligatorische, ausführlich bebilderte Anleitung zum korrekten Auffangen des Mittelstrahls und geradeaus ein Spiegel, in dem man sich selbst während der Produktion in die aufgerissenen Augen schauen darf. Ganz großes Damentennis, sach‘ ich Euch! Und dann dieser winzige Becher! Also jetzt nicht vom Fassungsvermögen… den Durchmesser meine ich eher. Die ruhigste Hand hat man da ja nicht durchgängig. Ihr versteht… Da ist volle Konzentration gefragt. Mit Sicherheit nichts für Zartbesaitete. Und das nicht nur, weil es vielleicht ein wenig an Romantik mangelt. Simmer ehrlich: Wir Männer brauchen ja sowieso nicht unbedingt einen duftenden Blumenstrauß, Kerzenlicht und Eros Ramazzotti-Musik für Fortpflanzungsversuche… erst recht nicht für von Vornherein zum Scheitern verurteilte! Aber eine heimelige und entspannte Atmosphäre ist trotzdem was anderes. » WEITERLESEN…
Moin Deutschland! Und Österreich… und Schweiz natürlich auch! Moin alle, die das hier lesen und verstehen können! Heute bin ich mal wieder voll eingebunden. Ein weiteres Meeting steht an. Bin auch immer noch ein bissl aufgeregt. Brauchte keinen Wecker heut Morgen und einen Teil meines Guten-Morgen-Kaffees habe ich auch direkt auf der Toilette eingenommen… tjaja, so ist das nunmal… Dabei könnte ich ganz entspannt sein. Wird nämlich mein erstes deutschsprachiges Meeting und das sogar nur mit einem Auftraggeber. Von daher… Naja, Ihr kennt das ja. Einen Vorteil hat das ganze: ich muss nicht aus dem „normalen“ Kantinenessen wählen, sondern werde gemeinsam mit dem Kunden die bessere Variante – die Gästeessen – nutzen. Und es kostet mich nix. Also dann… schönen Tag Euch!
Gestern habe ich das erste Mal in meinem Leben Tennis gespielt. Mit Schmidtchen. Naja gegen Schmidtchen natürlich korrekterweise. Schmidtchen heißt im wirklichen Leben übrigens gar nicht Schmidtchen. Schmidtchen ist mein junger Kollege und eigentlich heißt er… ach verrat‘ ich nich‘!
Warum ich ihn Schmidtchen nenne? Nunja, Schmidtchen ist ein langer Kerl. Von den Zehen bis zum Kopf so groß wie ich und auch ähnlich schlaksig. Eigentlich ist er wahrscheinlich sogar ein bissl größer als ich, aber das gebe ich nicht zu. Soviel Stolz muss sein! Auf dem Weg durch unsere Laborräumlichkeiten kommt er oft an meinem Büro vorbei. Und da bei uns die Türen immer offen stehen (gehört zur Firmenphilosophie), sehe ich ihn dann wippend und ein wenig in Gedanken versunken von links nach rechts vorbeischlendern. Manchmal auch andersrum von rechts nach links. Ungefähr halbe/halbe, würde ich sagen. Und manchmal habe ich dann so im Kopf so vor mich hingesungen
Oh, Schmidtchen Schleicher mit den elastischen Beinen,
wie der gefährlich in den Knien federn kann…
Kennt Ihr das Lied? So ein alter Schlager von einem Kerl, der einen herrlichen Dialekt draufhatte – holländisch oder so.
Und das habe ich dann so gesummt. Mit der Zeit wurde es immer lauter und eines Tages habe ich losgeschmettert, als Schmidtchen mal wieder bei mir vorbeigeschlakst kam. Dann haben wir gelacht und zusammen gesungen und seitdem ist Schmidtchen Schmidtchen.
Und gegen Schmidtchen habe ich gestern nun Tennis gespielt. Wobei „spielen“ wohl etwas übertrieben ist. Höchstens „spielen“ im Sinne von „er hat mit mir gespielt“. Niedergemetzelt hatter mich nämlich, hin und her gehetzt… nicht den Hauch einer Chance hatter mir gelassen… kein einziges Spiel konnte ich gewinnen! Der Sack! Ein Ass nach dem anderen ist mir um die Ohren gepfiffen… und geschwitzt habe ich! Ein Wahnsinn! Gehechelt und nach Luft geschnappt wie Nachbars Brutus (ein Rauhaardackel) auf dem Wischmopp der Bodenpflegerin (wir ham hier zuhause zum Glück einen Reinigungsdienst fürs Treppenhaus)… und nach wenigen Schlägen war mein Arm bereits weich wie in Milch geditschte Hansa-Kekse. Auch die Farbe war ähnlich. Allerdings muss man wissen, dass Schmidtchen schon lange Tennis spielt… und Geige… aber das hat hiermit nich’ sooo viel zu tun…
Und heute? Ein Tennisarm allerfeinster Güte! So eine Mischung aus Muskelkater und Schleimbeutelentzündung. Was soll das erst werden, wenn wir statt Nintendo Wii mal richtiges Tennis spielen. Dann doch lieber Geige…
PS: Ich hab’ in diesem Beitrag nur 13mal „Schmidtchen“ gesagt. Geht ja noch… für so‘n langen Kerl… KLEINER ALS ICH… bissl