Wer oder was ist eigentlich Zappelfillip?

Rubrik:  Zappventures  ·  Autor:  Zappelfillip13. Januar 2006, 23:36 Uhr

Der ZappelfillipWer oder was ist Zappelfillip? Diese Frage bekam ich heute per E-Mail gestellt. Herrjemine – So richtig haben wir das auch noch nicht herausfinden können. Wobei wir mittlerweile schon froh sind, dass er immer besser Deutsch spricht, denn uns (meiner Freundin und mir) war es bisher unmöglich, auch nur ein Wort seiner exotischen Sprache zu verstehen, geschweige denn sie zu sprechen. Mittlerweile ist er allerdings auch schon eine ganze Weile bei uns.

Die Genealogie

Wir bezeichnen uns immer als seine Eltern, was so natürlich nicht so ganz korrekt ist. Aber wir hoffen, dass er sich auf diese Weise mehr in unsere kleine Familie integriert fühlt. Viel von seiner Herkunft und seinem bisherigen Leben konnten wir leider nicht herausfinden. Eines ist aber sicher: entgegen der allgemeinen Auffassung ist er kein Fillipino. Die Fillipinos haben größere Nasen und sind auch etwas schlanker gebaut als er (längere Beine im Vergleich zum Rumpf). Dies verwirrt zunächst, da er ja das für die Fillipinos typische „fillip“ am Ende des Namens trägt. Man vermutet, dass seine Ahnen wahrscheinlich vor langer Zeit diesem Stamm angehörten und der Name über Generationen erhalten blieb. Heute fließt allerdings kein Fillipino-Harz mehr in seinen Adern. Im Gegenteil: wir sind uns ziemlich sicher, dass er zur Gruppe der „Beardies“ zu zählen ist. Dieser Stamm, eine Untergruppe der „Ehaks“, hat heute nur noch wenige Angehörige, weshalb sie somit als weitgehend ausgestorben gelten. Typisch für die Beardies ist, wie der Name auch vermuten lässt, der üppige Bartwuchs, den jeder Beardie (auch der weibliche) bereits von Geburt an besitzt. In früheren Jahrhunderten waren sie daher bei den Kindern der reichen Gesellschaft wegen ihrer Kuscheligkeit beliebtes Spielobjekt, was sicher maßgeblich zu Ihrem heute nahezu vollständigen Verschwinden geführt hat.

Die Promi-Verwandtschaft

Einen Satz noch als Ergänzung der Vollständigkeit halber: Beardies sind, wie bereits erwähnt, eine Untergruppe der „Ehaks“. Was allerdings die Wenigsten wissen: Im deutschsprachigen Raum entwickelten sich die Ehaks ebenfalls in verschiedene Richtungen. Ähnlich wie die Neandertaler bei den Menschen sind auch bei den Ehaks viele dieser Evolutionszweige bereits seit vielen Jahrhunderten ausgestorben. Ein Zweig jedoch konnte sich bis in die heutige Zeit durchsetzen: die Kobolde. Sie sind auch heute noch die dominierenden Ehaks in Deutschland, Österreich und Teilen der Schweiz. Und einen Kobold kennt wahrscheinlich jeder von uns: Pumuckl. Man kann also sagen, dass Zappelfillip entfernt auch mit Pumuckl verwandt ist – sie besitzen die gleichen Vorfahren. Genauer betrachtet ist das auch gar nicht so überraschend, denn einige eindeutige Ähnlichkeiten zwischen den beiden lassen sich wohl ohne Zweifel erkennen. Schaut euch mal die Knubbelnase an oder den starken Haarwuchs. Bei den Kobolden ist der zwar als Haupthaar vorhanden und die Beardies haben dagegen einen dicken Wuschelbart – nichtsdestotrotz haben beide eine Menge Kopfbehaarung. Einen großen Unterschied kann man jedoch leicht erkennen, der auch sehr deutlich klar macht, das beide nicht der gleichen Gruppe angehören, sondern eben nur gemeinsame Vorfahren haben: Kobolde können sich unsichtbar machen, was den Beardies nicht möglich ist. Dies ist ebenfalls ein Grund dafür, weshalb sie heute fast gänzlich ausgestorben sind.

Das Leben mit Zappelfillip

Nun aber zurück zu uns und ihm. Wie kam er denn nun zu uns? Als Findelkind! Wir entdeckten ihn im verlassenen Kinderzimmer einer befreundeten Familie. Zu dieser Zeit sah er fürchterlich aus und offensichtlich war er nicht sehr glücklich. Es gelang uns jedoch, jene Leute zu überzeugen, Zappelfillip in unsere Obhut zu geben. Seitdem ist er unser „Kind“, auch wenn wir offiziell nur gesetzliche Vertreter bzw. Erziehungsberechtigte sind. Bei uns lebt er im Wohnzimmer, ist somit rege ins Familienleben integriert. Hier hat er genauso viele Rechte und Pflichten wie jeder andere. Natürlich gibt es viele Tätigkeiten, die wir ihn einfach aufgrund seines kleinen Wuchses nicht machen lassen können. Dreckiges Geschirr abwaschen lassen, geht zum Beispiel gar nicht – er könnte keinen Teller halten und es bestünde immer die Gefahr, ins Spülbecken zu fallen. Genetisch bedingt können zwar alle Beardies von Geburt an schwimmen, jedoch ist der Seifenschaum überhaupt nicht gut für ihn. Er hat sehr empfindliche Augen, ähnlich den Menschenbabys.

Natürlich mussten wir einige Dinge in unserer Wohnung auf ihn anpassen oder extra anfertigen lassen. Glücklicherweise können wir viele Dinge aus dem Spielzeuggeschäft, speziell Puppenstuben-Utensilien verwenden. Heutzutage bekommt man da ja alles: vom Bett, über Minigeschirr bis zur Badewanne. Und was es nicht gibt, findet sich meist irgendwo in unserem Haushalt oder es wird eben selbst gebastelt. In diesem Winter bekam er beispielsweise seine ersten Kleidungsstücke überhaupt, zum Glück bevor es sehr kalt geworden ist: Ein modischer Schal und passende Mütze in peppigem Rot. Bisher war er immer nackt unterwegs.

Was die Ernährung angeht, so ist er ein sehr pflegeleichtes Bübchen. Aufgrund extremer Spezialisierung seiner Art (starke Spezialisierung ist immer eine erhöhte Gefahr für das Überleben einer Spezies) gibt er sich mit nur einem Nahrungsmittel zufrieden. Er ist reiner Veganer und so ist es möglich, ihn mittels Sägespänen aus der benachbarten Schreinerei zu versorgen. Er hat auch schon einige Gramm zugenommen, seit er bei uns ist. :)

Obwrtz

Nun gibt es noch eine Sache, eine Besonderheit sozusagen, die ich noch ansprechen möchte: seine Sprache. Sie nennen sie selbst „Obwrtz“. Ich erwähnte ja zu Anfang bereits, dass wir es einfach nicht schaffen, sie zu erlernen. Wenn er nicht unsere ein wenig könnte, hätten wir kaum eine Verständigungsmöglichkeit. Woran liegt das aber eigentlich? Eigentlich ganz einfach: die Sprache der Beardies kennt keine Vokale, sondern nur Konsonanten. Zur Erinnerung: Vokale sind aeiou. Somit klingen alle Worte sehr hart und sind für uns Menschen extrem schwer auszusprechen. Oder könnt ihr „qhcf hdszfwr pkdz rw pbctwbj hfsllgsbr“ aussprechen? Diesen Satz hören wir ständig und haben dabei keine Ahnung, was er bedeuten könnte. Grund für diese seltsam anmutende Sprache ist übrigens die Erzeugung der Laute. Wo bei uns Menschen, wie eigentlich bei allen Säugtieren, Stimmbänder die Luft zum Schwingen bringen und somit einen Ton erzeugen, aus welchem der Rachen und die Zunge einzelne Worte formt, so werden die Geräusche bei Beardies von zwei aufeinander schlagenden Zahnstocher großen Holzstäbchen hervorgerufen. Und auf diese Art sind nun mal so etwas wie Vokale unmöglich. Dies unterscheidet Beardies übrigens stark von den Kobolden. Denn wer erinnert sich nicht an das ewig schnatternde, nicht ruhig zu stellende Mundwerk des Pumuckl!? Erschwerend für das Verstehen kommt übrigens auch noch der dichte Bart hinzu: dieser filtert alle hohen Frequenzen aus der Sprache heraus. Außerdem verhindert er einen Blick auf den Mund. Man kann sich also nicht einmal an den Lippenbewegungen orientieren.

Das Weblog

Und wie kam es zu unserem gemeinsamen Projekt? Nun, um sein Selbstwertgefühl nach langer Einsamkeit etwas zu steigern und einfach auch ein wenig Abwechslung in sein bis dahin recht tristes Leben zu bringen, beschlossen wir im Sommer letzten Jahres, mit ihm gemeinsam eine Homepage, ein Weblog, auf die Beine zu stellen. Natürlich hofften wir auch, so seine Sprachfähigkeiten ein wenig verbessern zu können. Erste Erfolge sind auch zu erkennen. Da er allerdings überhaupt nicht in der Lage ist, seine Gedanken schriftlich niederzulegen (er weigert sich ja auch strikt, den albernen Speer auch nur mal für ein paar Minuten wegzulegen), haben wir vereinbart, dass das Blog zwar seines ist, ich jedoch alles schreibe – natürlich auch in seinem Namen und mit seinen Ideen. Mittlerweile schreibe ich allerdings auch einige Dinge in eigenem Namen – einfach um deswegen nicht ein weiteres Blog aufbauen zu müssen. Aber ich betone, dass die erste Idee von ihm kam und so gebührt auch ihm alle Ehre dafür, dass es überhaupt ein Weblog von uns gibt.

Damit kommen wir auch zum Inhalt des Blogs www.zappelfillip.de. Nach einer langen Nacht und einigen Brainstormings kamen wir gemeinsam auf die Kategorieunterteilung, wie sie heute existiert. Damit wird alles niedergeschrieben, was wir irgendwie für interessant, lustig, ärgerlich oder erwähnenswert halten. Besonderes Highlight sind sicher auch die Zappventures. Dies sind speziell dokumentierte Abenteuer, die wir gemeinsam mit Zappelfillip unternehmen. Leider war er im letzten halben Jahr auch häufig krank, weshalb wir bisher erst zwei Zappventures dokumentieren konnten. Wir hoffen aber auf zukünftig mehr…

 

Sein Erfurt (virtuelle Stadtführung)

Rubrik:  Zappventures  ·  Autor:  Zappelfillip11. Dezember 2005, 19:27 Uhr

Den heutigen 3. Advent haben der Zappelfillip und wir mit einem kleinen Bummel durch das weihnachtliche Erfurt begangen. Seine Idee war es dabei auch, doch mal den Fotoapparat mitzunehmen und daraus eine kleine Stadtführung durch seine Heimatstadt zu inszenieren. Zappi wollte so gern seiner Leserschaft markante und bekannte Orte in Erfurts Altstadt vorstellen. Wir hatten nichts dagegen und so ist eine ganze Anzahl (hoffentlicch) interessanter Fotos entstanden, die wir hier kurz im Namen von Zappelfillip vorstellen möchten. Zuerst einmal gibt es einen Ausschnitt aus dem Stadtplan, der zeigen soll, welchen Weg wir gegangen sind. Außerdem kann man sich so eine Vorstellung machen, wo sich was in Erfurt befindet. Dieser Plan öffnet sich ausnahmsweise mal in einem neuen Fenster, damit er im Hintergrund gehalten werden kann. Die Nummern auf dem Plan werden dann auch im Text an entsprechender Stelle auftauchen – so funktioniert die Orientierung.

Stadtplan Erfurt

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Am Starnberger See

Rubrik:  Zappventures  ·  Autor:  Zappelfillip14. November 2005, 14:30 Uhr

Hier ist nun also die angekündigte erste Ausgabe der neuen Rubrik „Zappventures“:
Am vergangenen Wochenende verbrachte der kleine Zappelfillip den wahrscheinlich letzten schön sonnigen Herbsttag am Starnberger See südlich von München. Nachdem er von einer steilen Klippe ein paar einheimische Flamingos dumme Gänse beobachtet hatte (Bild 1), war seine nächste Station ein einsamer Bootssteg, der zum Träumen einlud. So genoss er den wundervollen Blick über den glitzernden See (Bild 2) bevor sich anschließend die letzten warmen Strahlen der bereits untergehenden Sonne auf den Bauch scheinen ließ. Zum Glück fand er unter all den ähnlich Denkenden einen ruhigen Platz (Bild 3).
Erst einmal einen Überblick verschaffenStill und starr ruht der SeeDie letzten Sonnenstrahlen genießen
Die Klippe

 

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