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Papierchaos

Rubrik:  Angemerkt  ·  Autor:  Zappelfillip19. Dezember 2007, 21:18 Uhr

„Verzweifelter Papiertiger sucht Einpackesel zwecks gemeinsamer vorweihnachtlicher Origamistunden“

Papierchaos

Geschenkideen ausbrüten, Geschenke besorgen, Geld für Tünneff bezahlen… alles schön und gut – mach‘ ich gern. Aber das Einpacken… Wahnsinn! Wer auf die Idee kam, dass Geschenke eingepackt übergeben werden müssen… Masochist… Hängt ihn an den höchsten Baum! Ich ersticke grad in Papier mit hässlichen dicken Engeln drauf… und fünfzackigen Sternen… und rotgrünen Weihnachtsbaumsilu…umrissen (so ein Käse!)… Wie geht‘n das mit der Einpackerei? Mit Falten und so. Meinen Schlips krieg ich ja mittlerweile ohne Anleitung gebunden und dafür gab’s eine im Internet. Geschenke kriege ich nicht eingepackt und eine Anleitung gibt’s trotzdem nicht. Ich bin verwirrt… Falterin hier vielleicht (die sollen das ja genetisch bedingt immer können)?

 

Missbrauch im Fahrstuhl

Rubrik:  Gegrinst  ·  Autor:  Zappelfillip18. Dezember 2007, 22:57 Uhr

Notruf ohne MissbrauchserkennungApropos Fahrstuhl: Der Wohnblock, in dem ich… naja wohne, ist mit einem solchen gesegnet. „Zum Glück“, muss ich sagen! Erstens, weil ich in der 8. von 8 Etagen meine Zelte aufgeschlagen habe (erwähnte ich bereits) und zum anderen, weil das Treppenhaus riiiiesig ist. Also ich meine nicht nur in der Höhe, sondern auch der Weg, den man zurücklegen muss, will man ein Stockwerk durchqueren gleicht einem Halbmarathon. Schuld ist ein gigantischer Lichtschacht in der Mitte, den es auf jedem Geschoss zu umrunden gilt. Dieser macht seinem Namen übrigens keine Ehre, denn 8 Etagen in der Höhe sind verdammt viel Holz für Sonnenstrahlen, die durch total vollgeschissene verdreckte und wahrscheinlich seit der Erbauung nie gereinigte Glasscheiben in der Decke fallen sollen. Deshalb ist es auch im Hochsommer mit Sonnenstand 12 Uhr mittags im Erdgeschoss finster wie‘m Bärenarsch. Man sieht die Hand vor Augen nicht und elektrisches Licht ist unabdingbar, möchte man auf dem Weg vom Fahrstuhl zur Haustür nicht Fiffi ausversehen Pfoten und/oder Schwanz platttreten (cool – drei „t“ hintereinander). Fiffi ist übrigens diese hässlich aschgraue Mischlingstöle von Frau Kumbernuß aus der 2. Etage. Es ist einfach unfassbar, wie dieser Hund stinkt, wenn es draußen regnet oder auch nur feuchte Witterung herrscht – und damit das komplette Treppenhaus bis in den 6. Stock verätzt. Nasse Hunde stinken einfach bestialisch und es treibt mir auch nach über einem Jahr noch immer Tränen in die Augen und Kotze halbverdauten Speisebrei in den Hals, wenn Frau Kumbernuß vom Gassigehen zurück kommt und ich ausversehen danach durch’s Treppenhaus muss… oder in den Fahrstuhl… für den Würgereflex ist das Training allererster Sahne! Wahnsinn…

Aber wie so oft, bin ich jetzt wieder einmal abgeschweift und möchte nun endlich dazu kommen, das zu schreiben was ich ursprünglich wollte – ′zeihung! Also schaut Euch mal das Foto oben an. Dieses Schild der fahrstuhlbetreuenden Firma hängt im… logisch: Fahrstuhl halt. Und nun ratet mal, wieso dieses unschuldig scheinende Hinweisschildchen alle Kinder im Alter zwischen 7 und 17 (mit und ohne Migrationshintergrund) hier im Haus dazu verführt, immer und immer wieder den kleinen leicht versenkten Knopf mit der roten Glocke drauf zu drücken und sich diebisch freuen, wenn der Fahrstuhl plötzlich mit einer Männerstimme zu ihnen spricht! („Hallo!? Ist was passiert? Ist alles in Ordnung bei Ihnen?“) Dieses „Spiel“ hat hier schon ganze Kinderbanden tagelang gefesselt. Mehr noch als Gewalt- und Hardcore-Videos auf dem Handy Spongebob Schwammkopf. Kleiner Tipp: einfach mal drauf achten, welche Kästchen angekreuzt sind. Auch Wahnsinn…

PS: Ich weiß! Nicht alle Hunde stinken nach 10 Jahre altem feuchtem Scheuerlappen. Der Mischling von Frau Kumbernuß (oder heißt die nach neuer Rechtschreibung jetzt Kumbernuss?) aber schon. Zumindest hoffe ich, dasses der Hund ist und nicht…

 

Daily Homer

Rubrik:  Erhascht  ·  Autor:  Zappelfillip18. Dezember 2007, 17:47 Uhr

Coooooool! Ich bin ja nicht der Einzige, der jeden Tag ein neues Foto seiner selbst ins Internet stellt (jaja ich habe länger pausiert – ich weiß :P ). Es gibt sowohl inter- als auch national ein paar Nachmacher Kolleechen :roll: . Bei mir sind es mittlerweile (jaja mit Unterbrechung :P ) knapp 2 Jahre – andere betreiben dieses „Exhibitionalhobby“ bereits um Jahre länger. Die meisten fotografieren sich dabei jeden Tag aus der gleichen Perspektive mit dem immer gleichen Gesichtsausdruck. Ich finde es etwas langweilig, weshalb es bei mir immer bissl anders aussieht. Vorteil ist jedoch, dass diese Leute aus ihren viiieeelen Bildern schnell hintereinander abgespielt lustige Filmchen entstehen lassen können und man sieht sehr schön die Veränderungen des Gesichts über einen längeren Zeitraum. Das für mich niiiiedlichste Beispiel gibt’s hier, weitere beim wohl tightesten Fischkopp vor dem Herrn zu bestaunen – ich möchte nicht klauen… nur ein ganz klein wenig! Dank ihm weiß ich jetzt nämlich, dass mein Lieblings-Ami ebenfalls solch einen jeden-Tag-ein-Foto-Filmchen erstellt hat. Seht selbst:

EDIT:
Das hier ursprünglich eingebettete Homer Simpson Youtube-Video habe ich wieder entfernt bzw. es sich selbst. Wurde nämlich zwischenzeitlich von Youtube gelöscht. Vielleicht auch besser so, denn wenn es wiedermal Urheberrechte verletzt hat, dann bin ich ja quasi ganz knapp an der nächsten Abmahnung vorbeigerauscht. Aber möglicherweise findet Ihr es ja selbst dort, wenn ihr diesen Link klickt. Mit etwas Glück erscheint es dann gleich mehrfach. Magiiiiie…
;)

 

Ablesung

Rubrik:  Geärgert  ·  Autor:  Zappelfillip18. Dezember 2007, 14:47 Uhr

Dienstag Nachmittag kurz vor 3 und ich sitze zuhause vor dem Rechner. Dienstag – ein Arbeitstag wohlgemerkt! Nein kein verfrühter Weihnachtsurlaub. Auch kein Kampf mit dem Norovirus (der arbeitet sich nämlich gerade durch München). Viel besser! Seit letzter Woche hingen Zettel über Zettel im ganzen Treppenhaus (an der Haustür von außen, an der Haustür von innen, am schwarzen Brett im Hausflur, an der bekannten gläsernen Zwischentür im Hausflur von außen, an der gläsernen Zwischentür im Hausflur von innen, an der Fahrstuhltür von außen, an der Fahrstuhltür von innen NICHT – dafür aber an der Fahrstuhlrückwand :mrgreen: ), dass heute, 18. Dezember, die Herrschaften der Heizungsablesefirma meinen Wohnblock durchstreifen werden. Immer auf der Suche nach unabgelesenen Heizkörpern.

Vormittags sollte dies in den unteren 4 Etagen geschehen und von 13:30 Uhr bis 15:30 dann in den Etagen 5 bis 8. Dem aufmerksamen Leser ist bekannt, dass ich direkt unterm Flachdach, also im 8. Stock, wohne und somit einer der Letzten sein würde. Nur dummerweise gehöre ich dem in München gar nicht sooo geringen Prozentsatz der Menschen an, die einer geregelten Arbeit nachgeht. Und die endet hier keineswegs schon halb 4. Daher bin ich ziemlich froh, dass es in meiner Firma möglich ist, auch mal ein paar Dinge von zuhause aus zu erledigen, sodass ich mir für diesen Ableseluxus nicht auch noch Urlaub nehmen muss. Für solche Kinkerlitzchen habe ich im Weihnachtsstress (ja den gibt’s auch außerhalb der großen Kaufhäuser) nun so gar keine Zeit.
Ich hatte zwar auch überlegt, einfach gar nicht da zu sein – immerhin stand auf den Zetteln auch, dass es für die Nichtanwesenden einen zweiten Sammeltermin geben wird – allerdings besteht die Gefahr, dass dieser noch beschissener liegen wird. Beispielsweise zwischen Weihnachten und Silvester. An diesen Tagen bin ich erfahrungsgemäß doch noch eher in der alten Heimat Thüringen. Und dann wird’s richtig teuer (vergleichsweise). Dann wird eine individuelle Anfahrt des Heizungsablese-Heinis fällig und die wird mit 22 € berechnet. Ich bin gei…sparsam! Also dann eben heute ein paar Stunden von zuhause arbeiten…

 

Fotographische Eindrücke aus Nepal 2007 II

Rubrik:  Erlebt  ·  Autor:  Zappelfillip17. Dezember 2007, 23:34 Uhr

Pashupatinath bei Kathmandu ist eine der wichtigsten Tempelstätten des Hinduismus und liegt am Fluss Bagmati. Sie kann nur von denjenigen betreten werden, die dem Hinduismus angehören, weshalb wir sie nicht besichtigen konnten. Aber das große Gelände rundherum ist für jedermann zugänglich. Am linken Ufer des Flusses liegen der Pashupatinath-Tempel und die Verbrennungsstätten der Toten (geteilt in Verbrennungsstätten der höheren und der niederen Kasten).

Dieser Ort hat für viele Gläubige als Platz für die ‚letzten Riten‘ besondere Bedeutung, es gilt als erstrebenswert, seine Leiche hier verbrennen zu lassen.

Die meist in gelbe Tücher gehüllte Leiche wird zu den Verbrennungsstätten getragen, wo ein Scheiterhaufen errichtet wird. Vor der Verbrennung bespritzt man die Leiche mit dem Wasser des heiligen Flusses oder wäscht die Füße im Wasser. Die Leiche wird dann von oben mit feuchtem Stroh bedeckt, wenn die Familie es sich leisten kann, verwendet man zusätzlich das kostbare, duftende Sandelholz. Der älteste Sohn umschreitet dann den Scheiterhaufen fünfmal im Uhrzeigersinn, entsprechend der heiligen Zahl fünf, die im Hinduismus die fünf Elemente Erde, Wasser, Feuer, Wind und Akasha, den Äther, repräsentiert. Danach zündet er (ersatzweise die älteste Tochter oder ein Priester) mit einem mit Butter getränkten Strohbüschel den Scheiterhaufen an, das er dazu in den Mund des Toten steckt. Die Beine des Toten stehen zunächst etwas über den Scheiterhaufen hinaus und werden dann bei fortschreitender Verbrennung auf den Holzstapel geklappt. Nach etwa vier Stunden ist die Leiche zu Asche verbrannt, die in den Fluss geschüttet wird.

[Quelle: Wikipedia]

VerbrennungBei den Hindus werden die Toten im Kreise der Familie verbrannt und die Asche anschließend in den Fluss „geschüttet“. Auf jedem dieser „Haufen“ liegt eine Leiche, während die Familie etwas abseits im Schatten sitzt und feiert. Es ist tatsächlich ein ganz anderer, unverkrampfter, Umgang mit dem Tod als in unserer Gesellschaft. Man kann dort direkt an den Toten vorbeigehen während sie verbrennen. Hier und da schaut noch ein Bein oder eine Hand heraus. Kein schöner Anblick für uns, wenn die Haut von der Hitze schon Blasen schlägt… aber für die Hindus völlig normal. Ihr versteht hoffentlich, dass ich hier auf die Veröffentlichung von detailierteren Fotos verzichte.

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Überraschender Besuch (Fortsetzung)

Rubrik:  Erlebt  ·  Autor:  Zappelfillip17. Dezember 2007, 00:25 Uhr

Dies ist eine Fortsetzung. Bitte unbedingt vorher den ersten Teil lesen.

Doch nichts dergleichen geschah. Der Mann bewegte sich nicht einen Zentimeter in Richtung der Haustür. Überhaupt stand er sehr ruhig da auf einer der unteren Stufen und hielt mit beiden Händen einen alten, fleckigen Leinenbeutel vor dem Körper. Seine Nervosität hätte ich wohl mit etwas mehr Erfahrung daran erkennen können, dass er mit den Fingern unablässig an den Trageschlaufen herumnestelte.
Es dauerte zwar nur Sekundenbruchteile bis er wieder die Stimme erhob, aber allein in dieser kurzen Zeit ratterte es in meinem Kopf wie verrückt. Ich hatte keinerlei Vorstellung, was er wollte – warum er an meiner Wohnungstür klingelte. Mein Gehirn arbeitete allerlei Möglichkeiten ab: Vielleicht war es ja kein Obdachloser, sondern einfach nur jemand, der um die Ecke einen Unfall hatte, nun Hilfe brauchte und nur telefonieren wolle. Oder er suchte eine Adresse und wollte nach dem Weg fragen. Aber unter gar keinen Umständen konnte ich mir vorstellen, dass er tatsächlich etwas von mir wollte…

Dann geschah etwas, womit ich zu dieser Zeit nie gerechnet hätte. Ich muss es noch einmal betonen: Zwar hatte ich in meinem Leben bis dahin (ich war wie gesagt vielleicht 14-15 Jahre) sicher schon einmal einen Bettler gesehen, aber bestenfalls aus großer Distanz und bestimmt nicht in meiner kleinen Heimatstadt. Als Kind der DDR gehörte es überhaupt nicht zu meinem Alltag.

„Hast Du vielleicht etwas zu Essen für mich?“

lautete seine Frage nachdem er nun wusste, dass ich der alleinig Anwesende war. Was dann folgte ist etwas, für das ich mich bis heute zutiefst schäme und woran ich mich immer spätestens Weihnachten erinnere. Und jedes Mal bekomme ich ein sehr flaues Gefühl in der Magengegend. Ich verneinte! Es wäre nichts mehr da, ich könnte ihm nichts geben, sagte ich. Und das war eine Lüge. In einer 5-köpfigen Familie geht nie das Essen aus.

„Nicht vielleicht ein Stückchen Brot?“ Das würde ihm schon genügen, meinte er.

Ich verneinte wieder – nix mehr da. „Meine Eltern sind gerade einkaufen…“
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